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Aktuelles

Gute Nachricht für zerrissene Familien: Der Europäische Gerichtshof hat heute der europarechtswidrigen Praxis deutscher Behörden, einem volljährig gewordenen Kind die Zusammenführung mit den Eltern zu verwehren, eine klare Absage erteilt. Entscheidend für das Recht auf Familiennachzug sei, dass das Kind minderjährig war, als der Asylantrag gestellt wurde. In zwei ergangenen Urteilen gegen Deutschland stellt der EuGH fest, dass (...).

"Neuntklässler verschicken Nazi-Symbole via WhatsApp", "Verschwörungsmythen im Kinder-Chat": Rechte, rassistische und antisemitische Inhalte in Klassenchats sorgen immer wieder für Schlagzeilen – und lassen Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen oft ratlos zurück. Der Bundesverband Mobile Beratung (BMB) hat nun eine Handreichung zum Thema veröffentlicht. Das 44-seitige Papier enthält konkrete Empfehlungen, Methoden und juristische Hinweise.

Das sind Aufgaben und Zielen der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA): "Eine systematische Erfassung antiziganistischer Vorfälle fehlt bislang und das Dunkelfeld ist hier besonders groß. Mit der neuen bundesweiten Meldestelle ist eine Struktur geschaffen, die uns wichtige Erkenntnisse über die Ausprägung von Antiziganismus liefern. Damit können Bedarfe an rechtliche Begleitung, Beratung und Unterstützung aufgezeigt werden. (...)"

PRO ASYL begrüßt, dass die Bundesregierung mit dem heute vom Bundeskabinett verabschiedeten Chancen-Aufenthaltsrecht Langzeitgeduldeten eine Perspektive geben und Kettenduldungen vermeiden will. Doch Nachbesserungen sind nötig, sonst droht zum Beispiel eine Art Bleiberechtslotterie. Unter anderem sieht die Menschenrechtsorganisation den bisher im Kabinettsentwurf  festgelegten Stichtag 1. Januar 2022 der Regelung kritisch.

Angesichts herausragender Bewerbungen vergibt die Pill Mayer Stiftung in diesem Jahr gleich drei Förderpreise. Sie würdigt damit beispielhafte Kulturprojekte, die sich für den interkulturellen Dialog einsetzen. Die mit je 1000 € dotierten Preise gehen nach Berlin, Hamburg und Ravensburg. Insgesamt gingen dieses Jahr 13 Anträge ein. Die Bewerbungen deckten die gesamte Breite künstlerisch-kreativen Schaffens ab und machten der Jury die Entscheidung schwer.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will nach eigenen Worten das Verbot der Mehrstaatlichkeit überwinden. Bei einer Jubiläumsveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Stipendien- und Mentoringprogramms "Geh deinen Weg" der Deutschlandstiftung Integration in Berlin sagte er, 50 Prozent der Einbürgerungen fänden mit Hinnahme der Mehrstaatlichkeit statt und es sei schwer zu erklären, warum es bei den anderen nicht so sei. Wir dokumentieren hier die Rede.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Good Practice

Das Stück "Nach Europa" eignet sich besonders für Aufführungen am "Tag des Flüchtlings".

Das Theaterduo "Eure Formation" hat drei Stücke im Programm, die sich für Aufführungen im Rahmen der IKW eignen. "Nach Europa" thematisiert die Flucht über das Mittelmeer, "Bonhoeffer_der mit dem Lied" beleuchtet das Leben und Werk des Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, während sich "Play Luther" dem Reformator nähert.

Die Video-Interviews des Projektes stehen online zur Verfügung. Foto: Gerburgis Sommer

Im Rahmen des Projekts "Angekommen in Recklinghau-sen/Gelsenkirchen/Bottrop –
Migrationsgeschichten aus vier Generationen" sind Video-Interviews entstanden, in denen Menschen über ihr Ankommen im Ruhrgebiet berich-ten. Die Clips sind online verfügbar und können bei Veranstaltungen der IKW eingesetzt werden.

Ein Bild, das den Schrecken greifbar macht: Eine Schwangere wird nach einem Angriff auf einer Bahre abtransportiert.

Schon seit über einem Monat ist Krieg in der Ukraine. Das menschliche Leid, das dadurch verursacht wird, ist unermesslich. Ein Bild, das den Schrecken greifbar macht, ist die Aufnahme von Pietà aus Mariupol: eine Schwangere, die nach einem Angriff auf einer Bahre abtranspor-tiert wird. Für Sie hat Oberkirchenrä-tin Sabine Dreßler ein Gebet verfasst.

Die türkischstämmige Journalistin und Autorin Canan Topçu begibt sich in ihrem Buch "Nicht mein Antirassismus" von 2021 auf Spurensuche ihrer ganz persönlichen Identitätsentwicklung und wehrt sich gegen Denkverbote und Tabus in der Debatte um Identitätspolitik und Rassismus. Stattdessen streitet sie für den Dialog.

In Konstanz wurde aus über 300 Rettungswesten das Wort "Würde" gebaut.

In Konstanz wurde mit einer spektakulären Kunstaktion im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 auf das Schicksal von geflüchte-ten Menschen auf dem Mittelmeer und die zivile Seenotrettung aufmerksam gemacht. Dazu wurde am Ufer des Bodensees aus über 300 Rettungswesten das Wort „Würde“ gebaut und im Wasser verankert.

Film Monobloc, Foto: PIER 53 Filmproduktion

Der Monobloc ist das meistverkaufte Möbelstück aller Zeiten. Weltweit soll es eine Milliarde Exemplare des stapelbaren, in Deutschland oft weißen Plastikstuhls geben. Für die einen bedroht er den guten Geschmack und ist eine enorme Gefahr für die Umwelt, für die anderen ist er der einzig erschwingliche Stuhl überhaupt.

Videos

Video-Übersicht

Bei der bundesweiten Online-Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2022 referierte Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster und Präsident des Deutschen Städtetages, "Zur Bedeutung von Kommunen beim Eintreten für Menschenrechte und Teilhabe". Den Nachbericht und die Materialsammlung zur Tagung finden sie hier

Daniel Poensgen ist wissenschaftlicher Referent beim Bundesverband Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Berlin. Bei der bundesweiten Online-Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2022 im Februar gab er einen Impuls zum Thema "Zur Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Antisemitismus".

Einer der Höhepunkte der bundesweiten Online-Vorbereitungstagung zur IKW: Reem Alabali-Radovan, die neue Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, stellte im Gespräch mit Pitt von Bebenburg (Frankfurter Rundschau) die Ziele und Schwerpunkte ihrer Arbeit vor. Den Nachbericht und die Materialsam-mlung zur Tagung finden Sie hier.

Hefteinträge

Jagoda Marinić leitet das Interkulturelle Zentrum in Heidelberg. Foto: Dorothee Piroelle
Vielfalt gestalten

Jagoda Marinić ist kroatisch-deutsche Schriftstellerin, Autorin, Kolumnistin, Feministin. Sie leitet das Interkul-turelle Zentrum (IZ) in Heidelberg und ist eine wichtige intellektuelle Stimme in Deutschland. Im Interview mit der IKW spricht sie darüber, wie sie die Spaltung der Gesellschaft wahrnimmt, und was Politik und Zivilgesellschaft dagegen tun können.

Die Malerin und Fotografin Faieqa Sultani (vorne rechts) musste aus Afghanistan fliehen. Mit ihrem Ehemann und dessen Eltern kam in Landsberg am Lech in einer Gastfamilie unter. Jetzt sind die beiden in ihre erste eigene Wohnung umgezogen.
Flucht und Migration

Ronja und Niklas von Wurmb-Seibel lebten 2014 für ein Jahr in Kabul. Sie drehten Filme über junge Friedensaktivist:innen und Versäumnisse der NATO-Truppen beim Abzug, schrieben Reportagen und ein Buch, knüpften viele Kontakte. Nach der Machtübernahme der Taliban starteten sie in Deutschland ein privates Gastfamilien-Programm.

Der Kampf gegen Antisemitismus ist wichtiger denn je. Foto: Adobe Stock
Antisemitismus

Antisemitismus ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Kein Tag vergeht ohne antisemitischen Vorfall – und es werden immer mehr. Zur Bekämpfung dieses Phänomens braucht es Bündnisse mit Durchsetzungskraft – und einen Staat, der Verantwortung übernimmt, schreibt Nikolas Lelle von der Amadeu Antonio Stiftung.