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Aktuelles

Angesichts herausragender Bewerbungen vergibt die Pill Mayer Stiftung in diesem Jahr gleich drei Förderpreise. Sie würdigt damit beispielhafte Kulturprojekte, die sich für den interkulturellen Dialog einsetzen. Die mit je 1000 € dotierten Preise gehen nach Berlin, Hamburg und Ravensburg. Insgesamt gingen dieses Jahr 13 Anträge ein. Die Bewerbungen deckten die gesamte Breite künstlerisch-kreativen Schaffens ab und machten der Jury die Entscheidung schwer.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will nach eigenen Worten das Verbot der Mehrstaatlichkeit überwinden. Bei einer Jubiläumsveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Stipendien- und Mentoringprogramms "Geh deinen Weg" der Deutschlandstiftung Integration in Berlin sagte er, 50 Prozent der Einbürgerungen fänden mit Hinnahme der Mehrstaatlichkeit statt und es sei schwer zu erklären, warum es bei den anderen nicht so sei. Wir dokumentieren hier die Rede.

Im Jahr 2021 wurden rund 131 600 Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland eingebürgert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, fanden damit rund 21 700 oder 20 % mehr Einbürgerungen statt als im Vorjahr. Dieser Anstieg ist gut zur Hälfte auf die hohe Zahl an Einbürgerungen von Syrerinnen und Syrern zurückzuführen. Im Jahr 2021 wurden 19 100 syrische Staatsangehörige eingebürgert, das waren fast dreimal so viele wie noch im Jahr 2020.

Die Bundesministerin des Innern und für Heimat, Nancy Faeser, hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungs-schutz (BfV), Thomas Haldenwang, in der Bundespressekonferenz in Berlin den Verfassungsschutzbericht 2021 vorgestellt. Für das Jahr 2021 wurden insgesamt 33.476 politisch motivierte Straftaten mit extremistischem Hintergrund ausgewiesen (2020: 32.924). Davon waren 2.994 Gewalttaten (2020: 2.707). Die größte Bedrohung für die Demokratie sei der Rechtsextremismus, so Faeser.

Für eine Mehrheit der zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für eine offene Gesellschaft sowie gegen Rassismus und Antisemitismus engagieren, gehören Bedrohungen zum Alltag. Der größte Teil der Angriffe erfolgt aus dem rechten bis rechtsextremen Milieu. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Deren Ergebnisse veröffentlicht das DeZIM-Institut jetzt in seinen neuen Research Notes "Bedrohte Zivilgesellschaft".

Anlässlich der bevorstehenden Innenministerkonferenz hat PRO ASYL die Kampagne #RechtAufZukunft ins Leben gerufen. Ziel ist es, auf die prekäre Situation gut integrierter Geflüchteter aufmerksam zu machen, denen die Abschiebung droht. Für sie fordert PRO ASYL gemeinsam mit Unternehmen ein dauerhaftes Bleiberecht. Das ist auch so im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung festgehalten, jedoch wurden die entsprechenden Gesetze bisher nicht geändert.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Good Practice

Das Stück "Nach Europa" eignet sich besonders für Aufführungen am "Tag des Flüchtlings".

Das Theaterduo "Eure Formation" hat drei Stücke im Programm, die sich für Aufführungen im Rahmen der IKW eignen. "Nach Europa" thematisiert die Flucht über das Mittelmeer, "Bonhoeffer_der mit dem Lied" beleuchtet das Leben und Werk des Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, während sich "Play Luther" dem Reformator nähert.

Die Video-Interviews des Projektes stehen online zur Verfügung. Foto: Gerburgis Sommer

Im Rahmen des Projekts "Angekommen in Recklinghau-sen/Gelsenkirchen/Bottrop –
Migrationsgeschichten aus vier Generationen" sind Video-Interviews entstanden, in denen Menschen über ihr Ankommen im Ruhrgebiet berich-ten. Die Clips sind online verfügbar und können bei Veranstaltungen der IKW eingesetzt werden.

Ein Bild, das den Schrecken greifbar macht: Eine Schwangere wird nach einem Angriff auf einer Bahre abtransportiert.

Schon seit über einem Monat ist Krieg in der Ukraine. Das menschliche Leid, das dadurch verursacht wird, ist unermesslich. Ein Bild, das den Schrecken greifbar macht, ist die Aufnahme von Pietà aus Mariupol: eine Schwangere, die nach einem Angriff auf einer Bahre abtranspor-tiert wird. Für Sie hat Oberkirchenrä-tin Sabine Dreßler ein Gebet verfasst.

Die türkischstämmige Journalistin und Autorin Canan Topçu begibt sich in ihrem Buch "Nicht mein Antirassismus" von 2021 auf Spurensuche ihrer ganz persönlichen Identitätsentwicklung und wehrt sich gegen Denkverbote und Tabus in der Debatte um Identitätspolitik und Rassismus. Stattdessen streitet sie für den Dialog.

In Konstanz wurde aus über 300 Rettungswesten das Wort "Würde" gebaut.

In Konstanz wurde mit einer spektakulären Kunstaktion im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 auf das Schicksal von geflüchte-ten Menschen auf dem Mittelmeer und die zivile Seenotrettung aufmerksam gemacht. Dazu wurde am Ufer des Bodensees aus über 300 Rettungswesten das Wort „Würde“ gebaut und im Wasser verankert.

Film Monobloc, Foto: PIER 53 Filmproduktion

Der Monobloc ist das meistverkaufte Möbelstück aller Zeiten. Weltweit soll es eine Milliarde Exemplare des stapelbaren, in Deutschland oft weißen Plastikstuhls geben. Für die einen bedroht er den guten Geschmack und ist eine enorme Gefahr für die Umwelt, für die anderen ist er der einzig erschwingliche Stuhl überhaupt.

Videos

Video-Übersicht

Bei der bundesweiten Online-Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2022 referierte Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster und Präsident des Deutschen Städtetages, "Zur Bedeutung von Kommunen beim Eintreten für Menschenrechte und Teilhabe". Den Nachbericht und die Materialsammlung zur Tagung finden sie hier

Daniel Poensgen ist wissenschaftlicher Referent beim Bundesverband Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Berlin. Bei der bundesweiten Online-Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2022 im Februar gab er einen Impuls zum Thema "Zur Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Antisemitismus".

Einer der Höhepunkte der bundesweiten Online-Vorbereitungstagung zur IKW: Reem Alabali-Radovan, die neue Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, stellte im Gespräch mit Pitt von Bebenburg (Frankfurter Rundschau) die Ziele und Schwerpunkte ihrer Arbeit vor. Den Nachbericht und die Materialsam-mlung zur Tagung finden Sie hier.

Hefteinträge

Welttag des Migranten und des Flüchtlings

"Niemand darf ausgeschlossen werden. Gottes Projekt ist im Kern inklusiv und stellt die Bewohner der existenziellen Peripherien in die Mitte." Das schreibt Papst Franziskus in seiner Botschaft zum 108. Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2022, die den Titel "Auf dem Weg zu einem immer größeren Wir" trägt.

Jagoda Marinić leitet das Interkulturelle Zentrum in Heidelberg. Foto: Dorothee Piroelle
Vielfalt gestalten

Jagoda Marinić ist kroatisch-deutsche Schriftstellerin, Autorin, Kolumnistin, Feministin. Sie leitet das Interkul-turelle Zentrum (IZ) in Heidelberg und ist eine wichtige intellektuelle Stimme in Deutschland. Im Interview mit der IKW spricht sie darüber, wie sie die Spaltung der Gesellschaft wahrnimmt, und was Politik und Zivilgesellschaft dagegen tun können.

Flucht und Migration

Für viele Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder ihres gleichgeschlechtlichen Begehrens verfolgt werden, ist eine Flucht der einzige Weg, ihr Leben zu retten. Das Thema der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt ist somit auch zentral für die Asylarbeit in Deutschland. Das hat Konsequenzen ebenso für das Anhörungsverfahren.

Die Kirchen in Deutschland sprechen sich immer wieder gegen Rechtsextremismus und andere Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aus. Doch sie müssen sich auch selbstkritisch mit den eigenen Anteilen daran befassen. Foto: BAG K+R
Rassismus / Diskriminierung

Die christlichen Kirchen stehen in einer besonderen Verantwortung, sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus und andere Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit einzusetzen - was auch regelmäßig geschieht. Doch Kirche muss sich auch selbstkritisch mit den eigenen Anteilen daran befassen.