"Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar"

"Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar"

Quellen: Deutscher Evangelischer Kirchentag / Erzbistum Hamburg / EKD

"Unser Kreuz ist das Zeichen der Mitmenschlichkeit, des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung", erklärt Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund zu den Demonstrationen, die seit der Aufdeckung eines Rechtsextremen Geheimtreffens durch das Recherchenetzwerk Correctiv am 10. Januar in ganz Deutschland stattfinden. "Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar, denn Gott hat alle Menschen gleich geschaffen. Nächstenliebe verlangt Klarheit: Christinnen und Christen müssen konsequent Position für Freiheit und Gleichheit, Demokratie und Menschenrechte beziehen."

Auch das Kirchentagsteam beteiligte sich an den derzeit stattfindenden Kundgebungen. Unter dem Motto "Demokratie hat viele Farben, aber keine Brauntöne" haben am 30. Januar rund 8.500 Menschen in Fulda für Demokratie, Toleranz und Vielfalt demonstriert – unter ihnen rund 25 aktuelle und ehemalige Mitarbeitende der Fuldaer Kirchentagsgeschäftsstelle. Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund war in Fulda nicht vor Ort, hatte aber bereits in der vergangenen Woche in ihrer Heimatstadt Jena für Demokratie und gegen Rechtsextremismus demonstriert.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag wurde 1949 als christliche Laienbewegung gegründet und besteht bis heute als unabhängiger Verein fort. Alle zwei Jahre bringt er als Dialog- und Kulturevent viele tausend Menschen in einer anderen deutschen Großstadt zusammen. Der nächste Kirchentag findet vom 30. April bis 4. Mai 2025 in Hannover statt. Er steht unter der Losung "mutig - stark – beherzt" (1 Kor 16,13-14). Weitere Informationen gibt es unter kirchentag.de.  

Bischöfe können Positionen der AfD "nicht akzeptieren"

Bereits im Januar hatten sich auch sechs katholische Bischöfe in einem offenen Brief ihre Haltung zu Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zum Ausdruck gebracht. In einem "Gemeinsamen Wort der katholischen nord-ostdeutschen Bischöfe" stellen die Erzbischöfe Stefan Heße (Hamburg) und Heiner Koch (Berlin) sowie die Bischöfe Gerhard Feige (Magdeburg), Ulrich Neymeyr (Erfurt), Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) unter anderem fest, dass sie politische Positionen wie die der AfD "nicht akzeptieren" könnten.

Unter anderem schreiben die Bischöfe: "Krude Ausweisungsphantasien für Migranten und ihre Unterstützer, die Ablehnung von Schutzangeboten für Geflüchtete, die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung, der alleinige Fokus auf Leistungsfähigkeit, die Leugnung des menschengemachten Klimawandels und die pauschale Verächtlichmachung von politischen Akteuren und Institutionen sind mit diesen Grundwerten unserer Gesellschaft unvereinbar."

"Die menschenverachtenden Haltungen und Äußerungen insbesondere der rechtsextremen Kräfte innerhalb der AfD sind mit den Grundsätzen des christlichen Glaubens in keiner Weise vereinbar." Aus dem Beschluss der EKD-Synode

Bereits vor der Veröffentlichung der Correctiv-Recherchen hatte die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland im Dezember 2023 einen Beschluss gefasst, der in dieselbe Richtung geht. Darin ruft das Kirchenparlament unter anderem dazu auf, "ausschließlich Parteien aus dem demokratischen Spektrum zu wählen, die sich für eine offene Gesellschaft der Vielfalt und ein gerechtes, demokratisches Gemeinwesen einsetzen" – und macht deutlich, dass die AfD nicht dazugehört: "Die menschenverachtenden Haltungen und Äußerungen insbesondere der rechtsextremen Kräfte innerhalb der AfD sind mit den Grundsätzen des christlichen Glaubens in keiner Weise vereinbar. (…) Völkisch-nationale Gesinnungen sowie demokratiefeindliche bzw. demokratiezersetzende Äußerungen und Verfahrensweisen weiter Teile der AfD stehen ebenfalls im Gegensatz zu zentralen christlichen Inhalten und sozialethischen Positionen der Evangelischen Kirche in Deutschland."

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Evangelischer Kirchentag
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Erzbistum Hamburg
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Pressesprecher
Tel.: 040 24877-224
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EKD
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