Interkulturelle Woche 2021: #offengeht

2021
Interkulturelle Woche 2021: #offengeht
Ein Brief an die Organisatorinnen und Organisatoren der Interkulturellen Woche
Fiederike Ekol

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Organisatorinnen und Organisatoren der Interkulturellen Woche,

die Corona-Pandemie hat unser aller Leben verändert. Wenn Sie dieser Brief erreicht, scheint das Licht am Ende des Tunnels vielleicht noch nicht sehr hell. Neben allen großen gesellschaftlichen, ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen wirft diese Situation viele Menschen auf sich selbst zurück. Aus dem Blick geraten dabei leicht die besonders stark von der Pandemie Betroffenen.

Diess Motiv kann 2021 als Postkarte bestellt werden. © ÖVA

Trotzdem ist es bereits im vergangenen Jahr wieder in mehr als 500 Städten und Gemeinden gelungen, die Interkulturelle Woche zur organisieren. Die Veranstaltenden haben kreativ und mutig gezeigt, wie wichtige Themen auch in digitalen Formaten aufgegriffen werden können und Verständigung im virtuellen Raum möglich ist. Wir freuen uns, wenn die Interkulturelle Woche 2021 vielerorts wieder in Präsenz, aber vielleicht in Teilen auch erneut digital stattfinden wird.

Dieses Jahr wird die Genfer Flüchtlingskonvention 70 Jahre alt. Die Vorsitzenden der Kirchen betonen in ihrem Gemeinsamen Wort zur Interkulturellen Woche: "Europa wird getragen durch eine breite gesellschaftliche Akzeptanz von Menschenwürde, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit. Die Geltung dieser Norm zeigt sich gerade im Umgang mit Schutzbedürftigen. Es kommt darauf an, die Würde und die Rechte von Geflüchteten an Europas Außengrenzen zu schützen und zu verteidigen." Dies steht im krassen Widerspruch nicht nur zu der Situation auf dem Mittelmeer, wo unzählige Menschen die Flucht mit ihrem Leben bezahlen. Sondern auch zu Lagern wie beispielweise Moria oder Lipa. Orten an denen, wie die Vorsitzenden der Kirchen schreiben, die europäischen Außengrenzen zu Orten der Verzweiflung und der Schutzlosigkeit werden.

IKW-Postkarte Familiennachzug
Auch dieses Motiv ist als Postkarte erhältlich. © ÖVA

Dem Schutz der Familie messen Staat und Kirche einen hohen Wert bei. Dennoch wird tausenden Menschen das Zusammenleben in der Familie verwehrt und damit völlig unnötiges Leid produziert. Der Staat darf sich seiner Verantwortung nicht entziehen. Die Trennung von der Familie erschwert das Ankommen und die Integration über lange Zeiträume hinweg. Die Folgewirkungen sind belastend; eine ganze Generation von Geflüchteten und die Aufnahmegesellschaft davon betroffen.

Die Interkulturelle Woche wird in diesem Jahr am Tag der Bundestagswahl eröffnet. Das Motto #offengeht ist die Ermutigung, für die Grundwerte unserer Gesellschaft einzutreten. Die Vielfaltsgesellschaft ist eine Erfolgsgeschichte. Deutschland hat sich als Zuwanderungsland positiv verändert und entwickelt. Das, was für uns heute völlig normal und selbstverständlich ist, können wir feiern. Die offene Gesellschaft muss sich aber auch verteidigen gegen die Feinde der liberalen Demokratie. Antisemitismus, Rassismus und jede Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit braucht neben starken staatlichen Gegenmaßnahmen und Schutz für die Betroffenen auch eine klare und solidarische Positionierung der Gesellschaft der Vielen.

Für die Planung der diesjährigen IKW stellen wir Ihnen zur Verfügung:

  • Das Materialheft zur IKW mit Erfahrungsberichten, Hintergrundinformationen und praktischen Anregungen.
  • Plakate und Postkarten mit verschiedenen Motiven sowie Elemente für die Öffentlichkeitsarbeit zum Download für die Werbung vor Ort.
  • Die Neuauflage der Broschüre "Stell dir vor, du musst fliehen…". PRO ASYL bietet damit gut verständlich aufbereitete Zahlen und Fakten rund um die Themen Flucht und Asyl.
  • Das Plakat, mit dem für den Tag des Flüchtlings geworben werden kann, der bundesweit im Rahmen der IKW am 1. Oktober 2021 stattfindet.

Die gedruckten Materialien können hier bestellt werden. Die Motive stehen auch zum Download bereit.

Um das bundesweit große Engagement der Zivilgesellschaft sichtbar zu machen, präsentieren wir ab Mitte Juli alle lokalen Programme zur IKW auf www.interkulturellewoche.de. Laden Sie Ihr Programm zur IKW dort hoch – ganz einfach, schnell und ohne Registrierung! Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, nehmen Sie gerne Kontakt zur Geschäftsstelle auf.

Wir wünschen Ihnen eine gute Vorbereitungszeit sowie eine lebendige, interessante und vielfältige Interkulturelle Woche vor Ort!

Mit besten Grüßen

Ihre

Unterschrift Ekol

 

 

 

Friederike Ekol
Geschäftsführerin

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