Quelle: Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus
Das Grundgesetz feiern: Dieser Aufruf findet breite Unterstützung. Ob Feste, Theateraufführungen oder Veranstaltungen: Zahlreiche Organisationen, Initiativen, Vereine und Gemeinden planen rund um den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 bunte Aktionen. "Wir wollen in den Fokus rücken, welche Werte das Fundament unseres Landes bilden", betont Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung gegen Rassismus in Darmstadt und aktiv im Arbeitskreis "Pro Menschenwürde". "Gemeinsam setzen wir am Tag des Grundgesetzes ein kraftvolles Zeichen: Für Demokratie und Menschenrechte, gegen rechte Hetze und Ausgrenzung." Das Motto ist Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Dieses Grundrecht, stellt Jürgen Micksch klar, gelte für alle Menschen. Auch die Interkulturelle Woche ist Mitglied im Arbeitskreis "Pro Menschenwürde".
Der 23. Mai als Ehrentag – Viele Veranstaltungen und Initiativen
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den 23. Mai zum Ehrentag ausgerufen. Der Deutsche Städtetag sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund rufen zu Aktivitäten auf. Der Interreligiöse Rat, dem neun Religionsgemeinschaften angehören, wirbt dafür, rund um den Tag des Grundgesetzes zu religiösen Feiern einzuladen. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt unterstützt Veranstaltungen mit bis zu 500 Euro. Das Bündnis für Demokratie startet zum 23. Mai eine zweiwöchige Kampagne. Die Münchner Obdachlosenzeitung BISS macht in ihrer Mai-Ausgabe den Tag des Grundgesetzes zum Schwerpunkt und würdigt in mehreren Beiträgen zentrale Rechte: Zum Beispiel die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie das Verbot von Diskriminierung in Artikel 3 oder die Meinungsfreiheit in Artikel 5. In Sachsen-Anhalt wird eine zentrale Veranstaltung vom Theater Eisleben vorbereitet. So soll das Musical "Cabaret" aufgeführt werden. Außerdem steht eine Rede von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zum Grundgesetz auf dem Programm.
Broschüre hilft bei der Vorbereitung
Das Grundgesetz verankert Menschenwürde, Demokratie und Freiheit. Als Antwort auf die Barbarei der NS-Diktatur stellt es sich gegen jede Form von Diskriminierung. Die Werte des Grundgesetzes sind in Gefahr. "Mit großer Sorge sehen wir, wie die Stimmung im Land immer weiter nach rechts kippt und die Menschenwürde bedroht wird", sagt Jürgen Micksch. "Dieser Entwicklung wollen wir etwas Positives entgegensetzen." Daher soll am 23. Mai mit Feiern an die bedeutende Rolle der Verfassung für den erfolgreichen Aufbau der Bundesrepublik Deutschland erinnert und ihre Relevanz für eine gute Zukunft aufgezeigt werden.
Zur Vorbereitung hat die Stiftung gegen Rassismus die Broschüre "23. Mai: Das Grundgesetz feiern! Die Würde des Menschen ist unantastbar" herausgegeben. Sie enthält Beiträge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, SZ-Journalist Heribert Prantl, Rechtsextremismusforscher Matthias Quent und anderen und kann von der Homepage der Stiftung gegen Rassismus heruntergeladen oder gedruckt bei der Stiftung bestellt werden. Der Arbeitskreis "Pro Menschenwürde" und das Team der Stiftung gegen Rassismus entwickeln darüber hinaus weitere Materialien und Unterstützungsangebote.