Wie finanziere ich meine Interkulturelle Woche?

Eine der wichtigsten Fragen für IKW-Organisierende: Wie komme ich an (zusätzliche) finanzielle Mittel?
Wie finanziere ich meine Interkulturelle Woche?

1. Institutionelle Förderung durch Stadt oder Landkreis

Versucht zu erreichen, dass sich die Kommunalpolitik (Gemeinderat, Stadtverordnetenversammlung, Kreisrat) zur IKW bekennt, und dann auch Mittel im Haushalt dafür bereitstellt. Sehr von Vorteil ist es, wenn die Koordination der IKW an die Stelle der/des Integrationsbeauftragten gekoppelt ist. Das sorgt für Kontinuität, auch wenn Personen wechseln. In vielen Kommunen und Landkreisen ist das bereits so eingerichtet. Fragt (Ober-)Bürgermeister:innen oder Landrät:innen an, ob sie die Schirmherrschaft für Eure IKW übernehmen. Das steigert Eure „Wichtigkeit“ gegenüber Medien oder weiteren Geldgebern.

2. Spenden von Unternehmen, Stiftungen, Privatpersonen

Viele Unternehmen, Banken und Sparkassen haben Fonds aus denen gemeinnützige Projekte bezuschusst werden. Sie können auch den Druck von Programmflyern unterstützen und erscheinen dafür darin mit ihrem Logo. Stiftungen können ebenfalls einen festgeschriebenen Zweck haben, der zur Förderung einer IKW passt. Spendenkampagnen, die sich an die Bevölkerung richten, sollten unbedingt auf Social Media unterstützt werden oder sogar schwerpunktmäßig dort laufen.

3. Kooperationen mit Institutionen, Zeitungen, Radio- oder TV-Sendern

Die lokale Volkshochschule, andere Bildungsinstitutionen oder Museen können starke Partner sein. Sie können mit eigenen Veranstaltungen zum Programm beitragen und/oder Räume für andere Veranstaltende zur Verfügung stellen. Lokale Medien können durch Kooperationen ins Boot geholt werden und stellen so vielleicht kostenfrei eine(n) Moderator:in für eine IKW-Veranstaltung.

4. Förderprogramme

Förderprogramme können ebenso zur Finanzierung einer IKW beitragen. Dafür braucht Ihr ein bisschen mehr Vorlauf sowie Zeit und Arbeitskraft zur Beantragung. Es gibt unzählige Programme auf EU-, Bundes-, Landes- und Lokalebene. Wir haben hier einige Ressourcen zusammengestellt, die Euch helfen, das richtige für Euch zu finden.

Demokratie leben
Das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) fördert zivilgesellschaftliches Engagement auf allen Ebenen des Staates für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander sowie die Arbeit gegen Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft. Viele Interkulturelle Wochen werden durch Mittel aus „Demokratie leben“ mitfinanziert. Das Programm ist im Januar 2025 in seine dritte Förderperiode (2025 bis 2032) gestartet. 

Förderdatenbank des Bundes
Hier erhaltet Ihr einen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Der Fördermittelführer Online
Dieses kostenpflichtige Tool enthält über 750 Programme für gemeinnützige Organisationen und wird laufend aktualisiert. Die Nutzung ist ab 24 EUR/Monat (Jahresabo) möglich

5. Weitere Ressourcen

Es gibt noch weitere Initiativen und Projekte, die Euch bei der Umsetzung Eurer IKW unterstützen können.

Houses of Resources
Die deutschlandweit 20 Ressourcen-Häuser unterstützen Migrant:innenorganisationen, andere integrativ wirkende Organisationen und Ehrenamtliche in ihrer Arbeit auf lokaler Ebene. Sie stellen bedarfsorientiert und flexibel Ressourcen und Leistungen zur Verfügung – sei es in Form von Beratung, Räumen oder finanziellen Mitteln. Außerdem bahnen sie Kooperationen und Netzwerke mit relevanten Institutionen und Organisationen an, um lokal nachhaltige Strukturen für bürgerschaftliches und zivilgesellschaftliches Engagement im Integrationsbereich zu schaffen.

Zusammen für Demokratie
Das Bündnis ist ein Zusammenschluss zahlreicher zivilgesellschaftlicher Verbände und Einrichtungen, die sich gemeinsam für den Schutz unserer Demokratie einsetzen. Es unterstützt das Engagement von lokalen Vereinen, Initiativen und Bündnissen für Demokratie in Regionen, in denen die Bedrohung durch den Rechtsextremismus stark ist, vor allem, aber nicht ausschließlich in Dörfern und Kleinstädten. Ein Schwerpunkt liegt auf den ostdeutschen Flächenländern, das Bündnis unterstützt aber auch in den westlichen Bundesländern. Es ist nicht notwendig, dass ihr ein eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt seid. Auf der Homepage findet Ihr zudem eine riesige Wissensdatenbank mit Ratgebern, Checklisten, Analysen, Anleitungen und Schulungsmaterialien für das demokratische Engagement.

Verständigungsorte
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Diakonie Deutschland wollen mit der Initiative "#VerständigungsOrte" Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenbringen. Die Initiative lädt Kirchengemeinden, diakonische Einrichtungen und andere kirchliche Institutionen ein, Verständigungsorte anzubieten.

"VerständigunsOrte" können auch im Rahmen der Interkulturellen Woche entstehen, bei der Kirchen und Diakonie in zahlreichen Städten, Gemeinden und Landkreisen bereits aktiv sind. Auf der Homepage www.verständigungsorte.de finden sich wertvolle Hinweise, wie eine solche Veranstaltung organisiert werden kann, die für alle IKW-Organisierenden interessant sind. Es gibt Praxisbeispiele, Tipps für die Finanzierung und die Möglichkeit, Kontakt mit Profis aufzunehmen, die für Moderationen angefragt werden können. Zudem werden Online-Coachings angeboten.