Aktuelle Meldungen

Ohne Zuwanderung würde die deutsche Wirtschaft in vielen Bereichen nicht funktionieren. 17 Prozent der in Deutschland Beschäftigten haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, Tendenz steigend. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der deutschen Beschäftigten um 269.000 Personen auf knapp 29 Millionen gesunken. Der Anteil ausländischer Beschäftigter stieg dagegen um 194.000 Beschäftigte auf mehr als 5,9 Millionen. Unter dem Strich fehlen damit binnen eines Jahres 75.000 Beschäftigte. Eine bessere Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten mindert nicht nur den Fachkräftemangel, sondern erhöht auch die Steuereinnahmen und stabilisiert die Sozialversicherung. Besonders große Potenziale gibt es bei Frauen aus Asylherkunftsländern und bei qualifizierten Zugewanderten, die zu oft als Helfer:innen eingesetzt werden. Dafür müssen Hürden bei Sprache, Anerkennung, Behördenprozessen und Kinderbetreuung abgebaut werden.

Eine neue Umfrage des Sozial- und Marktforschungsunternehmens Ipsos in Zusammenarbeit mit UNHCR zeigt: Die Unterstützung für Flüchtlinge bleibt trotz zunehmender globaler Unsicherheiten stabil. Gleichzeitig stellen viele Menschen infrage, wie Flüchtlingsschutz in der Praxis funktioniert. Die Einstellungen unterscheiden sich dabei je nach Land und Generation.

Das Vertrauen in die zentralen politischen Institutionen Deutschlands ist zwischen 2022 und 2024 deutlich gesunken, wie eine Auswertung von Daten des SVR-Integrationsbarometers zeigt. Besonders stark fiel der Rückgang bei Menschen ohne Migrationshintergrund aus: Vertrauten 2022 noch jeweils rund zwei Drittel der Bundesregierung und dem Bundestag, waren es 2024 nur noch 44 bzw. 53 Prozent.

Die Bundesregierung hat die Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des an Sinti und Roma begangenen Unrechts in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR nach 1945 beschlossen. Damit schafft sie die Voraussetzung für einen unabhängigen Aufarbeitungsprozess und setzt eine zentrale Empfehlung der Unabhängigen Kommission Antiziganismus um. Vertreter der Sinti und Roma begrüßen diesen Schritt. 

Zum 25. Jubiläum der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus warnt der Bundesverband Mobile Beratung (BMB) vor Kürzungen der Demokratiearbeit – und appelliert an Politik, Wirtschaft, Stiftungen und Zivilgesellschaft, gerade jetzt zusammenzustehen und gemeinsam Haltung zu zeigen für Menschenrechte und gegen Rechtsextremismus. Heute sind über 200 BMB-Berater*innen in allen 16 Bundesländern im Einsatz.

Zum 25. Jubiläum der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus warnt der Bundesverband Mobile Beratung vor Kürzungen der Demokratiearbeit – und appelliert an Politik, Wirtschaft, Stiftungen und Zivilgesellschaft, gerade jetzt zusammenzustehen.

Antimuslimischer Rassismus gehört für viele Menschen in Deutschland zum Alltag – ob auf der Straße, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnumfeld oder im Kontakt mit Behörden. Das zeigt das bundesweite zivilgesellschaftliche Lagebild antimuslimischer Rassismus von CLAIM: 4.096 antimuslimische Vorfälle wurden 2025 bundesweit dokumentiert (2024: 3.080). Das sind im Durchschnitt elf antimuslimi-sche Vorfälle pro Tag in Deutschland.

Nach mehr als 35 Jahren im Dienst der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und 25 Jahren bei der Diakonie Hessen ist Pfarrer Andreas Lipsch in den Ruhestand verabschiedet worden. Er war unter anderem ab 2006 zehn Jahre lang Mitglied des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses (ÖVA) zur Interkulturellen Woche, davon mehrere Jahre als Vorstandsmitglied. Bei PRO ASYL war er lange Vorstandsvorsitzender.

75 Jahre nach Ratifizierung der Genfer Flüchtlingskonvention gerät der Flüchtlingsschutz weltweit unter Druck. Das erleben die Partnerorganisationen von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe in ihrer täglichen Arbeit im Ausland oder in Deutschland. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland bekennt sich mit Blick auf den Weltflüchtlingstag am 20. Juni zum Schutz von Geflüchteten.

Der Bundesverband Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat 2025 8725 antisemitische Vorfälle erfasst. Das am 17. Juni veröffentlichte Lagebild zeigt: Seit dem 7. Oktober 2023 besteht ein hohes Vorfallniveau, und es schränkt das Leben von Jüdinnen:Juden weiter ein. Im Vergleich zu 2022 hat sich die Zahl der Vorfälle mehr als verdrei-facht. Israelbezogener Antisemitismus wurde bei zwei Dritteln (68 %) aller Vorfälle dokumentiert.

2025 wurden so viele politisch motivierte Straftaten registriert wie nie zuvor. Mit einem Anstieg um zirka zwei Prozent auf 85.837 Delikte befindet sich die Politisch motivierte Kriminalität auf dem höchsten Stand seit Einführung der Statistik 2001. Auch die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten ist um rund 1,2 Prozent auf 4.156 Delikte angestiegen. Das geht aus der Statistik des Bundeskriminalamtes hervor, die jetzt vorgestellt wurde.

Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus MIA verzeichnet in ihrem 4. Jahresbericht für 2025 eine erneute dramatische Zunahme der erfassten antiziganistischen Vorfälle in Deutschland. In dem am 9. Juni 2026 veröffentlichten Bericht dokumentiert MIA bundesweit 2.076 antiziganistische Vorfälle. Im Vergleich zum Vorjahr (1.678 Vorfälle) entspricht dies einem Anstieg von 24 Prozent.

Im Jahr 2025 haben sich mehr von Diskriminierung betroffene Menschen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt als je zuvor. Die Zahl der Beratungsanfragen stieg auf 13.067 Fälle, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am häufigsten waren mit 43 Prozent Anfragen zu rassistischer Diskriminierung (4.571). Das geht aus dem Jahresbericht der Stelle hervor, den die Unabhängige Bundesbeauf-tragte jetzt vorgestellt hat.

Sinti und Roma sowie andere von Antiziganismus betroffene Personen werden in erheblichem Ausmaß vom Zugang zu angemessenem und bezahlbarem Wohnraum ausgeschlos-sen. Dies geht aus dem Bericht „Antiziganismus und Wohnen“ hervor, den die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) veröffentlicht hat. Grundlage sind 903 dokumen-tierte Fälle aus dem gesamten Bundesgebiet im Zeitraum 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2025.

Der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum ist ein zentrales Element für gesellschaftliche Teilhabe. In Deutschland trifft allerdings in vielen Städten eine wachsende Nachfrage auf ein stagnierendes Angebot. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) hat in seinem Jahresgutachten 2026 "Raum für Entwicklung: Wohnen und Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft" untersucht und jetzt die Ergebnisse vorgestellt.

Das Grundgesetz feiern: Dieser Aufruf findet breite Unterstützung. Ob Feste, Theateraufführungen oder Veranstaltungen: Zahlreiche Organisationen, Initiativen, Vereine und Gemeinden planen rund um den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 bunte Aktionen. "Wir wollen in den Fokus rücken, welche Werte das Fundament unseres Landes bilden", betont Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung gegen Rassismus in Darmstadt.

Der Amnesty-Jahresbericht 2025/26 zur Lage der Menschenrechte weltweit offenbart eine verschärfte Menschenrechtskrise. Die Politik der US-Regierung ist systematischer Angriff auf die Menschenrechte, die Zivilbevölkerung in Iran ist doppelt bedroht, das sind zwei Erkenntnisse des Berichts. Anmesty International fordert die deutsche Bundesregierung unter anderem auf, nicht zur Komplizin autoritärer Regierungen zu werden.

Kurz nachdem die Bundesregierung angekündigt hat, die staatliche Förderung von Demokratiearbeit deutlich umzustrukturieren, zieht die Amadeu Antonio Stiftung eine alarmierende Bilanz: 2025 wurden im Schnitt jeden dritten Tag Angriffe auf die demokratische Zivilgesellschaft in Deutschland verzeichnet. Die Zahlen sind Ergebnis des aktuellen Sicherheitsreports "Feindbild Zivilgesellschaft", den die Stiftung jetzt veröffentlichte.

Die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) der Presse kommunizierten Pläne für das Bundesprogramm "Demokratie leben!" gefährden wirksame Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und die Entwicklung innovativer Bildungsansätze zur Extremismusprävention im digitalen Raum. "Das ist Politik mit der Kettensäge", sagt Prof. Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank

Mehr als 13 Prozent der Menschen in Deutschland berichten davon, in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erfahren zu haben. Das zeigen Daten aus der Hauptbefragung des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Erstmals wurden 2023 auch umfassende Daten zu Diskriminierung in Deutschland erhoben, deren Auswertung im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes nun vorliegt. 

Mehr als drei Jahre nach Beginn der Fluchtbewegung aus der Ukraine zeigen sich deutliche Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration in Deutschland. Rund dreieinhalb Jahre nach dem Zuzug sind rund 50 Prozent der ukrainischen Geflüchteten beschäftigt. Damit verläuft die Arbeitsmarktintegration deutlich schneller als bei früheren Fluchtkohorten. Das zeigen Ergebnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat den Umgang der Bundesregierung mit der bislang größten Studie zu "Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland" kritisiert. "Diese Studie ist die bislang umfassendste und wichtigste Untersuchung dazu und wird vom Bundesinnenminister einfach unter den Tisch gekehrt", sagte Ataman in Berlin.

Für eine Großstudie erhielten Wissenschaftler:innen erstmals in großem Umfang Zugang zu staatlichen Institutionen: Über drei Jahre untersuchten sie Rassismus unter anderem in Jobcentern, Ausländerbehörden, bei Polizei und Zoll. Zu ihren zentralen Befunden zählt, dass rassistische Diskriminierung in allen Institutionentypen nachweisbar ist – allerdings in unterschiedlicher Form und Intensität.

In einem gemeinsamen Statement werfen PRO ASYL, medico international und das Migrations-forschungsnetzwerk kritnet der Bundesregierung vor, ihre Abschiebe-politik über den Schutz von Men-schenleben zu stellen und dabei auch eigene Aufnahmezusagen zu missachten – trotz Krieg, Terror und massiver Menschenrechtsverlet-zungen in zahlreichen Herkunfts-ländern. Das sei ein "menschenrecht-licher Bankrott".

Während es in den öffentlichen Debatten zuletzt vor allem um Einwanderung ging, rückt eine aktuelle Kurzstudie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) ein anderes Phänomen in den Fokus: die Auswanderung aus Deutschland. Die repräsentativen Daten der Forschenden zeigen, dass sich entsprechende Erwägungen in der Bevölkerung mit durchschnittlich 21 % auf einem hohen Niveau bewegen.