Was ist die Interkulturelle Woche, was will sie erreichen und wie ist sie aufgebaut?

Unser diesjähriges Motto fordert uns auf, Stellung zu beziehen, Haltung zu zeigen und uns klar und deutlich fürs FÜReinander auszusprechen. "DAFÜR!" begreifen wir als lebendigen und starken Gegenpol zur immer lauter werdenden rechtspopulistischen Stimmung im Land. Ein Gegenpol zu denen, die ständig und immer öfter die Schuld bei anderen suchen und lauthals “Dagegen!” brüllen, statt sich für eine konstruktive demokratische Politik stark zu machen.

1975 als "Tag des ausländischen Mitbürgers" gegründet, hat sich die Interkulturelle Woche in über 50 Jahren zur größten zivilgesellschaftlichen Initiative Deutschlands entwickelt, die sich für Menschenrechte, Demokratie und ein gutes Zusammenleben aller Menschen einsetzt und die klare Zeichen setzt gegen Rassismus, Diskriminiereung und jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wie es dazu kam, lest Ihr hier.

Du willst eine Interkulturelle Woche organisieren? Prima, dann nichts wie los! Hier findest Du die Antworten auf die wichtigsten Fragen. Noch mehr Fragen und Antworten findest du HIER.
Die Interkulturelle Woche bietet ein Dach für alle Organisationen, Gemeinden und Einzelpersonen, die sich am interkulturellen Dialog beteiligen. Sei es in der Kirche, einem Verein, der Kinder- und Jugendarbeit, der Stadtverwaltung, der Gewerkschaft, den Wohlfahrtsverbänden, als Integrationsbeiräte, Migrant*innenselbstorganisationen oder in anderen Zusammenhängen.
Die Veranstaltungen sollten ein möglichst breites Publikum ansprechen und das interkulturelle Angebot der Kommune/Gemeinde widerspiegeln. Außerdem können sie genutzt werden, um politisch Verantwortliche und Betroffene ins Gespräch zu bringen und durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit wichtige politische Themen zur Diskussion zu stellen.
Als sinnvoll hat es sich erwiesen, dass eine verbindliche Vorbereitungsgruppe die Organisation übernimmt. Aus dieser heraus können die Gemeinden, Migrant*innenselbstorganisationen, Schulen/Hochschulen, Verbände, Vereine, weitere Organisationen und Einrichtungen sowie Einzelpersonen, Geschäftsleute und Medienvertreter vor Ort angesprochen werden.
Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Gottesdienste, Interkulturelle Feste, gemeinsames Kochen, Demos für ein friedliches Zusammenleben, Ausstellungen, eine interreligiöse Radtour – alles ist möglich. Wichtig ist, was vor Ort passt und ankommt. In der Rubrik Good Practice präsentieren wir Ideen für Veranstaltungsformate, auf diesem Plakat haben wir noch einmal 20 Vorschläge versammelt. In unserem Archiv sind unter anderem die IKW-Programme der vergangenen Jahre zu finden (unter "Datenbank").
Einmal jährlich findet die bundesweite Vorbereitungstagung zur IKW statt. Den jeweiligen Ort und Termin erfahren Sie hier. Im Rahmen der Tagung können Sie sich sich mit anderen Organisierenden austauschen und sich vertiefend mit für die IKW wichtigen Themen auseinandersetzen.
Anregungen für Gottesdienste finden Sie im Bereich Themen auf der Homepage der Interkulturellen Woche. Unser Newsletter informiert Sie fünf- bis sechs Mal im Jahr über alles Wichtige rund um die IKW.
Autor*innen, die für Lesungen und Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche zur Verfügung stehen, finden Sie unter Lesungen, Bücher.
Aktuelle politische Themen etwa für Podiumsdiskussionen können Sie dem Materialheft zur Interkulturellen Woche oder auch der Broschüre zum Tag des Flüchtlings entnehmen – beide sind im Materialumschlag enthalten, der über unsere Homepage bestellt werden kann.
Ansprechbar für Diskussionsveranstaltungen sind etwa Politikerinnen und Politiker, Vertreter*innen von Migrant*innenselbstorganisationen oder Persönlichkeiten in Ihrer Stadt, die für den interkulturellen und interreligiösen Dialog von Bedeutung sind.
Mit Menschen zu sprechen ist besser, als über sie zu reden: Binden Sie diejenigen ein, um die es thematisch geht – Geflüchtete, Menschen mit Migrationshinter- oder vordergrund, Betroffene von Rassismus oder Ausgrenzung.
Denken verändert sich, wenn Menschen etwas zusammen tun. Aktionsorientierte Veranstaltungen empfehlen sich immer da, wo es Sprachbarrieren gibt. Beim gemeinsamen Kochen von Gerichten aus verschiedenen Ländern (auch aus Deutschland!) kann es sprachunabhängig zu guten gemeinsamen Erlebnissen kommen. Auch können hier Aktionen wie Kinderfeste ein zwangloses Zusammenkommen und ein Kennenlernen ermöglichen. Ebenfalls gut geeignet sind Musikveranstaltungen im öffentlichen Raum oder Bilderbuchkino mit mehrsprachigem Vorlesen für Familien – zum Beispiel beim Sommerfest des Kindergartens, in der Stadt- oder Schulbibliothek oder auf dem Straßenfest.
Nein. Es handelt sich hierbei um einen Vorschlag. Oft erlauben es die Gegebenheiten vor Ort nicht, die IKW in diesem Zeitraum zu organisieren. Wichtiger als der vorgeschlagene Termin ist es, dass sich möglichst viele vor Ort beteiligen können. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass viele Interkulturelle Wochen schon vor dem vorgeschlagenen Termin beginnen oder auch länger dauern.
Der Ökumenische Vorbereitungsausschuss (ÖVA) zur Interkulturellen Woche bereitet mit seiner Geschäftsstelle die jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) bundesweit vor. Er empfiehlt eine inhaltliche Schwerpunktsetzung, führt jährlich die bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche durch, stellt Materialien für die Vorbereitungsgruppen vor Ort zur Verfügung und organisiert eine zentrale bundesweite Auftakt-Veranstaltung. In den ÖVA werden von den Kirchen 15 Mitglieder berufen. Bis zu sechs weitere Mitglieder werden aus Institutionen, Organisationen und gesellschaftlich wichtigen Bereichen kooptiert.
Das Team der Geschäftsstelle berät Organisierende und solche, die es werden wollen, auch individuell.
Telefon: 069 / 900196-30
E-Mail: info@interkulturellewoche.de