In Mönchengladbach fand 2025 im Rahmen der Interkulturellen Woche die Veranstaltung "Dafür: Religion als Brücke in einer vielfältigen Gesellschaft" statt. Im Treffpunkt L64 der AWO kamen Fachleute und Interessierte zusammen, um über die Rolle von Religion in einer pluralen Gesellschaft zu sprechen – über ihre Chancen ebenso wie über ihre Herausforderungen.
Religion wird häufig als trennend wahrgenommen. Doch die Veranstaltung zeigte, dass sie auch eine starke Ressource für Dialog, Miteinander und Integration sein kann. Ziel ist es, die positive Rolle von Religion sichtbar zu machen, Rassismus und Diskriminierung entgegenzuwirken und den professionellen Umgang mit Vielfalt zu stärken.
Teilhabe ermöglichen
Das machten vor allem Josephine Gauselmann, 1. Bürgermeisterin der Stadt und auch Uwe Bohlen, Geschäftsführer der AWO Mönchengladbach, in ihren Grußworten deutlich.
Die Initiative für dieses wichtige Thema ergriffen hatte Helmut Thommessen als Verantwortlicher der Integrationsagentur der AWO Mönchengladbach zusammen mit seiner Kollegin Sevilay Heggen-Karaca, Referentin für interkulturelle Öffnung und Diversität. Mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Mönchengladbach, Firdas Ziani, gewannen die beiden eine engagierte Partnerin, um die Veranstaltung im Rahmen der interkulturellen Woche zu initiieren.
Eine Diskussion für alle
Nach einem Impulsvortrag startetet zusammen mit dem Publikum eine spannende Diskussion im Fishbowl-Format. Moderatorin Sabine Pannhausen führte alle Teilnehmenden durch einen spannenden Abend. Gäste waren:
Prof. Dr. Michael Noack, Studiengangskoordinator Bachelor Soziale Arbeit der Hochschule Niederrhein
Firdas Ziani, Integrationsbeauftragte der Stadt Mönchengladbach
Sevilay Heggen-Karaca, Referentin für interkulturelle Öffnung und Diversität, AWO Mönchengladbach
Ein fünfter Stuhl auf dem Podium blieb dabei immer frei für Stimmen aus dem Publikum. Jederzeit gab es so die Möglichkeit, eigene Erfahrungen, Wissen und Impulse einzubringen. Anhand von Praxisbeispielen wie interreligiösen Nachbarschaftsfesten, Hilfsaktionen verschiedener Gemeinden oder Solidaritätsprojekten wurde gezeigt, wie Religion im Alltag Brücken schlägt und Kraftquellen eröffnet.
Im Verlauf des Events machte Firdas Ziani auf die Goldene Regel aufmerksam, eine ethische Grundhaltung, die in fast allen großen Religionen und vielen philosophischen Traditionen vorkommt: "Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst."
Insgesamt machten die vielen verschiedenen Beiträge deutlich:
- Religion ist eine Dimension von Diversität – neben Herkunft, Geschlecht oder Kultur.
- Mehr theologische Aufklärungsarbeit kann für interreligiöse Verständigung sorgen.
- Religion kann Brücken bauen, Vorurteile abbauen, soziale Netzwerke stärken und Sinn geben, birgt aber auch Risiken wie Ausgrenzung oder Radikalisierung.
Die Veranstaltung machte deutlich: Religion kann eine Brücke sein – wenn sie mit Offenheit, Respekt und Professionalität gestaltet wird.