Fürbitten aus dem GD zum Tag des Flüchtlings

 
Karlsruhe: 28.9.2012; 17 Uhr, Lutherkirche

Fürbitten – Kerzen anzünden!

Herr unser Gott,

Wir haben uns für diesen Tag das Motto gewählt: „Flucht ist kein Verbrechen“.

Trotzdem erleben viele Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU, dass sie wie Verbrecher behandelt werden.

Über  Internierung,  Inhaftierung,  gefängnisgleiche Unterbringung oder

das Leben in der Obdachlosigkeit  in einigen Ländern sind wir informiert,

aber tun dagegen zu wenig. Wir berufen uns auf Dublin II und  machen uns so mitschuldig an den körperlichen und seelischen Verletzungen, 

die die Schutzsuchenden  erleiden müssen. Wir machen uns mitschuldig

an den vielen Toten im Mittelmeer, (2011 waren es über 2000 Menschen),

die die Überfahrten nicht überlebten.

Hilf uns mit dieser Schuld zu leben, Hilf den Flüchtlingen den Glauben an die Zukunft und an Dich nicht zu verlieren. Herr unser Gott: 

Wir bitten Dich erhöre uns!

Lebendiger Gott,

du kennst unsere Fehler und Schwächen und hast uns doch angenommen.

Wir bitten Dich um Hilfe, weil auch wir oft versagen.

Wir bitten Dich auch für die politisch Verantwortlichen

in Europa, Bund, Land und Kommune. Lass sie Lösungen finden,

die mitmenschlich und weitsichtig sind. Lass sie die Not der Flüchtlinge erkennen und ihnen Bleibe zugestehen. Wie viel mehr Flüchtlinge könnte  Europa  aufnehmen, wenn

weniger  Eigeninteressen im Fokus stünden.

Wir bitten dich  für uns, wenn uns der Mut verloren geht,

weil wir machtlos Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung

auch in unserem Land gegenüber stehen. Hilf uns, wenn wir es nicht vermögen, mehr zu bewegen, mehr zu erreichen.  Gib uns  frischen Mut  und neue  Kraft  beherzt für unsere

Mitmenschen einzustehen, sie als Schwestern und Brüder,  als deine Kinder, anzunehmen.

Wir rufen zu dir: lebendiger Gott:             

wir bitten dich erhöre uns!

 

Gerechter Gott

Du willst, dass die Menschen miteinander fair umgehen und fair zusammenleben. Du erwartest, dass die kulturellen und religiösen

Unterschiede friedlich gelebt werden können.

Schenke uns die Fähigkeit einander anzunehmen.

Wir bitten Dich für alle, die statt Zusammenhalt und Gemeinschaft 

Hass predigen und zu Gewalt gegeneinander im Alltag aufrufen.

Hilf ihnen mit positiven Gegenerfahrungen zu neuen Ansichten zu gelangen.

Sei bei den Opfern der Gewalt, um sie aufzufangen

und in deiner Kraft zu bergen. Wir rufen zu Dir:  Gerechter Gott:   

Wir bitten Dich erhöre uns! 

 

Beschützender Gott

Viele Schutzsuchende kommen zurzeit tagtäglich in der Zentralen Aufnahmestelle in Karlsruhe an. Manchmal sind es mehr als 100 Flüchtlinge

an einem Tag. Unsere Einrichtungen sind völlig überbelegt

und die Ausweichquartiere entsprechen oft nicht einer menschenwürdigen,

auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichteten Unterbringung.

Hilf den Ankömmlingen diese Situation zu ertragen, erhalte ihren Mut,

dass sie nicht aufgeben an eine bessere Zukunft zu glauben.

Gib den Mitarbeitern und Betreuern der Aufnahmestelle, Kraft, Stärke, Ausdauer  bei  ihrer Überbelastung   freundlich zu bleiben,

gerechte Entscheidungen zu treffen und nicht aufzugeben

nach der Suche geeigneter Unterbringungsmöglichkeiten.

Wir rufen zu Dir: Gott, Du Beschützer:       

 wir bitten dich erhöre uns!

                                                                                                                                            Herr unser Gott

Unsere Fürbitten dürfen nicht zu Ende gehen, ohne an die syrischen Flüchtlinge zu denken.

An die  Flüchtlingslager,  die in der Wüste den Menschen

keinen Schutz bieten können,  an die Flüchtlinge, die an der Grenze in Angst ausharren und nicht in die überfüllten Lager aufgenommen werden,

an  die Lagerbedingungen - ohne ausreichend  Nahrung, frischem Wasser

oder sanitären Anlagen, an die Verletzen ohne angemessene Versorgung,

an die Traumatisierten von Krieg, Gewalt, Terror. Von all dem wissen wir, hören wir und sind doch ohnmächtig. Herr unser Gott, nur du kannst diesem Leiden und Sterben ein Ende

bereiten. Wir bitten dich inständig, für die Kinder, die Frauen und Männer- hilf ihnen, auch sie sind Schwestern und Brüder.

Wir rufen zu Dir:  Herr unser Gott:                          

wir bitten Dich erhöre uns!

 
Jahr:
2012
Autorin:
Christine Kalmus
Weitere Informationen:

Christine Kalmus
Mitglied des Vereins Freunde für Fremde