Westfälische Synode beendet: Plädoyer für humane Flüchtlingspolitik

 

21.11.2018, evangelisch.de: "Mit politischen Forderungen nach einer menschlichen Flüchtlingspolitik, mehr Umweltschutz und einer stärker Bekämpfung des Antisemitismus ist am Mittwoch die diesjährige Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen zu Ende gegangen.

... Auf allen Ebenen will sich die Kirche bis zur nächsten Landessynode in einem Jahr mit dem Thema Kirche und Migration befassen und dann über Konsequenzen aus den Ergebnissen dieses Prozesses ziehen.

Kirche der offenen Türen

Das Phänomen der Migration kennzeichne zunehmend die Gesellschaft und die Kirche, sagte die leitende Theologin der westfälischen Kirche, Präses Annette Kurschus. Die Kirche werde immer mehr "durchmischt von Menschen, die dazugekommen sind". Sie müsse offene Türen haben und sich am Bedarf der Menschen orientieren, zugleich müsse sie mit weniger Geld auskommen und sich kleiner setzen, ohne sich marginalisiert vorzukommen. Der Kreis der Menschen in der Kirche werde bunter werden und hoffentlich auch jünger.

Zum Abschluss ihrer viertägigen Beratungen kritisierte die Synode die jüngsten Verschärfungen beim Kirchenasyl und forderte die Innenminister auf, die Einstufung von Flüchtlingen im Kirchenasyl als "flüchtig" zurückzunehmen. "Flüchtlingspolitik muss sich an Menschenrechten und Menschenwürde orientieren", sagte der Stellvertreter von Kurschus, Vizepräsident Ulf Schlüter. Das Kirchenparlament verlangte zudem, Flüchtlingsbürgen von unangemessenen, existenzbedrohenden Forderungen freizustellen.
Die Landeskirche rief in einem weiteren Beschluss dazu auf, sich Übergriffen gegen Juden und Muslime entgegenzustellen und die Opfer von rechtsradikaler Gewalt stärker in den Blick zu nehmen...."

Quelle: www.evangelisch.de/inhalte/153471/21-11-2018/westfaelische-synode-beende...