Kirchen kritisieren Abschiebung nach Afghanistan: "Erzbischof Heße und Präses Rekowski fordern Sicherheit der Person vor migrationspolitischen Überlegungen"

 

24.01.2017: In drei aktuellen Pressemeldungen gibt es Stellungnahmen zu der gestrigen Sammelabschiebung nach Afghanistan:
Zum einen kritisierten der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), und der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland), die Rückführungen nach Afghanistan: „Kein Mensch darf in eine Region zurückgeschickt werden, in der sein Leben durch Krieg und Gewalt bedroht ist. Die Sicherheit der Person muss stets Vorrang haben gegenüber migrationspolitischen Erwägungen.“ / siehe EPD Meldung
Desweiteren protestierte die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche, Dietlind Jochims, scharf gegen die Abschiebung: „Die Sicherheitslage im gesamten Land lässt keine Abschiebungen nach Afghanistan zu. Diese Einschätzung hat das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) in einer aktuellen Studie bestätigt. Angesichts solcher Erkenntnisse weiter an Rückführungen festzuhalten, ist unverantwortlich.“ (s. PDF im Anhang)
Außerdem äußerte sich Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, dass die Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan aus humanitären Gesichtspunkten durch nichts zu rechtfertigen seien "... sie ist ein Akt der Unmenschlichkeit. Die Sicherheitslage in Afghanistan ist unbeständig und prekär, den Menschen ist eine Rückkehr dorthin in Sicherheit und Würde nicht möglich“ / weiterlesen.