Das Mädchen aus Gori

 
Kurzfilm, 2012, 13 Minuten

Nach Ende des Kaukasus-Konflikts kommt das Flüchtlingskind Tamari neu in eine georgische Schule. Von ihrer Mutter hat sie eine Packung Filzstifte bekommen, auf die sie gut aufpassen soll und die sie stolz in der Klasse auspackt. Doch ihrem Sitznachbar, dem russischen Jungen Datho, passt das gar nicht. Er ist neidisch auf Tamari, vor allem, nachdem sie ihn im Laufen besiegt hat. Wütend nimmt er ihr die Stifte weg und wirft sie vor ein Auto. Tamari ist todunglücklich, verpetzt Datho aber nicht, der davon richtig beeindruckt ist. Offenbar sind nicht alle Mädchen doof. Eine kleine feine Geschichte mit ganz wenig Worten erzählt hier die Regisseurin Eka Papiashvili. Es braucht auch wenig Dialog für den Konflikt, der hier mit feinen Zwischentönen und spannender Blickdramaturgie wiedergegeben wird. Dabei verhandelt ihr Film viel mehr als nur die Annäherung zweier Kinder. Es geht um das Zusammenleben von Kulturen und Nationen, um beendete und noch immer schwelende Konflikte, um Krieg und Frieden, um das Miteinander und das langwierige Heilen von Narben. Wenn es dazu überhaupt eine Chance gibt, dann liegt sie in den Händen der unschuldigen Kinder. Diese wichtige Botschaft kann von Zuschauern in jedem Alter verstanden werden. Ein Film mit wunderbaren klug gewählten Bildern und toll gespielten Charakteren. Ein würdiger Murnau-Kurzfilmpreisträger des Jahres 2013.

Textquelle: www.fbw-filmbewertung.com

 
Jahr:
2016
Weitere Informationen:

Wenn Sie planen, den Film im Rahmen der Interkulturellen Woche öffentlich vorzuführen, nehmen Sie bitte vorab Kontakt mit der Verleihfirma auf. Eine Homepage zum Vertrieb des Filmes ist in Planung.

Carsten Böhnke und Eka Papiashvili
Böhnke / Papiashvili GbR
Filmproduktion
Habsburgerstrasse 92
79104 Freiburg
Tel. 0761 5901888
Mobil 0151 25294722