Orientierungspapier zur Flüchtlingshilfe: Noch Raum in der Herberge? - Zur theologischen Vergewisserung und ethischen Orientierung angesichts von Flucht und Migration

 
EKHN-Kirchenleitung bestärkt Gemeinden, sich weiter einzusetzen
© flickr / Rasande Tyskar; Demonstration Hamburg am 31.1.2015

In dem fünfseitigen Text (PDF) sind 14 theologische Begründungen zum Engagement für Flüchtlinge aufgelistet. Unter anderem erinnert das Schreiben daran, dass Flucht und Vertreibung in der Menschheitsgeschichte nichts Neues seien. Dies zeigte sich beispielsweise in der besonderen Bedeutung des Themas in biblischen Texten. Dort gebe es „ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Existenz verschiedener Völker und für die Dynamik von Migration und Beheimatung“. Das Leben zeige sich dort als „ein Leben in Bewegung mit der nie ganz eingelösten Sehnsucht nach Heimat“.

In Gottes Heimat gibt es keine Heimatlosen

Diese Haltung spiegele sich auch im Christentum wider. So bedeute das Wort Kirche, das aus dem Griechischen stamme, wortwörtlich „herausrufen“ (ekklesia). Christinnen und Christen seien damit gleichsam herausgerufen aus allen Festlegungen, die sich durch ihr Zuhause ergäben. „Der Ort, an dem wir leben, der Staat, zu dem wir gehören, die ethnische Gruppe, zu der wir uns zählen – all das kann keine letzte Verbindlichkeit haben. Wir gehören – jetzt schon – zu Gottes neuer Welt, die allen Menschen verheißen ist. In dieser Heimat gibt es keine Heimatlosen – es gibt dort nur Schwestern und Brüder der einen Menschenfamilie in Christus“, heißt es in dem Text.

Sich auf die Seite Notleidender stellen

Daraus leite sich auch das Engagement für alle Hilfesuchenden ab. Vor allem die prophetischen Texte der Bibel ermahnten dazu, „die Situation, wie sie ist, aus Gottes Hand anzunehmen und das Wohl für das Gemeinwesen zu erstreben“. Deshalb sei es wichtig, „jenen, die bei Euch Zuflucht suchen, mit Barmherzigkeit zu begegnen.  Zuwandernde, mit allen, die schon ein Zuhause hätten,  solle „das Beste für das Gemeinwesen“ gesucht werden. Schließlich  gelte es auch, sich auf die Seite derer zu stellen,  „die sich in dieser Gesellschaft als Ausgeschlossene erleben“.

Quelle: Presse-Info / 2016 der EKHN vom 24.05.2016