Ökumenischer Gottesdienst zur IKW 2015 in Goslar "Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt"

 
St.-Jakobi-Kirche, Goslar; www.katholische-kirche-nordharz.de

Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden laden zu einem ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Interkulturellen Woche 2015 in die St.-Jakobi-Kirche, Goslar ein.

Musik –  Bettina Fritzsche
Begrüßung – Motto der IKW 
Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt – Pfarrer Jenssen/Liebau
Lied:
Du bist da wo Menschen leben...
Psalm: 27                                                         P = Pfarrer, G = Gemeinde
P
Gott ist uns Licht und Heil,
    vor wem sollten wir uns fürchten?
G Gott gibt uns Kraft und Mut,
P wovor sollten wir Angst haben? Wenn etwas auf uns zukommt, drohend und gefährlich,
   dann verlieren wir nicht den Mut.
G Wenn wir meinen, wir schaffen es nicht, denken wir daran, dass Gott uns hilft.
P Gott, sei du immer bei uns, dann sind wir nicht allein.
G Lass uns den Weg deiner Güte gehen,
   denn wo Güte ist, da verschwindet die Angst. Und das Leben kehrt wieder, das wir suchen.

Gebet –  Pfarrer Jenssen
Lied
619, 1-4 + 6 Damit aus Fremden Freunde werden
1. Hinführung: Vielfalt braucht Begegnung, Neugierde und Offenheit
Input – Uta Liebau
Viele von ihnen kennen die Geschichte vom barmherzigen Samariter(Lk 10,25-37). Hier verweist Jesus auf  das Alte Testament der Bibel (3. Mose 19,18.) Dort heißt es im 3. Buch Mose „Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du“. Der Fremde, der Andere ist wie ich. Vergiss das nicht.
Mein Nächster ist wie ich, ein Mensch wie ich. Und doch zeigt ein Blick in die Geschichte oder die Tageszeitung wie anstößig dieser Satz noch immer ist.

1. Sprecher  -                                            Kathrin Feldhoff
Der Fremde erschreckte sie furchtbar.
Er setzte sich einfach direkt gegenüber,
es war so eng und die Stimmung so gereizt.

Sie schaute auf ihre Hände, sie las in ihrem Buch. Doch er war da.
Blieb da sitzen.

Irgendwann fasste sie sich ein Herz und schaute ihn an. Er sah müde aus.
Sie traute sich
ein wenig länger hinzuschauen.

Er sah gütig aus und blickte sie auch nicht an.
Als er hoch schaute, versuchte sie es mit einem Lächeln.

Ihr fiel es später leicht, sich mit ihm zu unterhalten.
Sie hatte das Gefühl, viele neugierige und peinliche Fragen zu stellen, doch er besaß Humor und antwortete bereitwillig.
Sie lernte eine Menge über seine Geschichte,
- aber auch über sich selbst.
(Fanny Dethloff)

2. Sprecher:   Birgit Peter
Diese Frau aus dem Gedicht hat eine Erfahrung gemacht. Sie sitzt einem Fremden gegenüber in einer Bahn oder in einem Zug, fühlt sich unangenehm berührt, empfindet sogar Angst... Sie wagt nicht aufzusehen, schaut auf ihre Hände, versucht zu lesen.

Wir sind sicher, auch Sie hatten schon solche Erlebnisse.
Wir wollen ein wenig nachdenken und uns dann davon erzählen.

Musik und Tanz
2.Hinführung – Vielfalt ist in der Gesellschaft verankert
Gong
Input – Pfarrer Jenssen

Schauen wir weg von der einzelnen Begegnung, die das Leben bereichern kann, auf die Vielfalt in der Gesellschaft, dann kennt auch dafür die Bibel in Eph. 2, 19  ein eindrückliches Bild. Dort steht geschrieben: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Die Bibel benutzt das Bild von einer Hausgemeinschaft, in der alle trotz ihrer Unterschiedlichkeit in Frieden gleichberechtigt miteinander und in Fürsorge füreinander leben als Gottes Kinder.

Ich bitte sie jetzt die Postkarte zur Hand zu nehmen.

1. Sprecher  - Bettina Fritzsche
Ein Haus, Fünf Klingelschilder, fünf Wohnungen
Fünf Klingelschilder, fünf Wohnungen. Auf diesen Klingelschildern sind nicht Namen, sondern Gesichter von Menschen zu sehen: lebendig, sympathisch. Sie lassen unterschiedliche Lebenssituationen und -geschichten ahnen. Um etwas von ihnen zu erfahren, muss ich klingeln – und hoffen, dass sie mich einlassen.
Ich muss bei ihnen eintreten wollen; sie müssen bereit sein, mir zu öffnen. Ohne dass wir uns aufeinander einlassen, werden wir nicht zueinander finden und nichts voneinander erfahren.

2.Sprecher - Marcus Hoppe
Wen werde ich kennenlernen? Vielleicht begegne ich zwei jungen Männern in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, die glücklich miteinander sind, obwohl sie keinen leichten Weg hinter sich haben. Vielleicht ist der junge Mann in der Wohnung darüber ein Ingenieur oder eine akademische Nachwuchskraft aus dem Maghreb oder vielleicht auch ein Flüchtling, der dem syrischen Bürgerkrieg entronnen ist. Studieren die jungen JapanerInnen an der Uni in Clausthal – Zellerfeld oder haben sie einen Arbeitsplatz in einem ortsansässigen IT-Unternehmen? Und die junge Familie darüber – in »normalen bürgerlichen« Verhältnissen, froh, eine bezahlbare Wohnung gefunden zu haben? Froh auch, in einer Hausgemeinschaft zu leben, in der man sich gegenseitig so leben lässt, wie man es für richtig hält? Und die ältere Dame ganz oben: ist sie einsam, hat sie Angehörige? Schreibt sie vielleicht gerade an ihre Tochter, den Sohn oder die Enkelkinder? Lebt sie zurückgezogen oder freut sie sich über die sympathischen jungen Leute im Haus und darüber, dass es hier lebendig zugeht?

 3. Sprecher: Else Ommen
Dieses Bild sagt etwas über die Vielfalt in unserer Gesellschaft. Interkulturell bedeutet nicht nur, dass Menschen aus unterschiedlichen Ländern kommen, sondern auch, dass sie ihre eigeneethnische, kulturelle und religiöse Prägung haben. Selbst in einer einzigen Person konkurrieren zu weil unterschiedliche  Identitäten. Und dies alles gilt für Menschen mit und ohne „Migrationshintergrund“.

Alle leben unter einem Dach, in einem gemeinsamen Haus. Ein Haus ist mehr als eine Unterkunft-es ist ein Ort, der Heimat bietet, der schützt, der Gemeinschaft und Geborgenheit schenkt. Ein Haus   mit seinen Bewohnern steht für kostbare Vielfalt, die es zu entdecken gilt.

Schlusswort – 4. Sprecher - Kathrin Feldhoff
Es liegt an uns auch hier in unserer Region die Vielfalt in unserer Gemeinschaft erblühen zu lassen. Viele von uns wissen: Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg, wenn wir zwischen uns und den Fremden Begegnungen schaffen.

Lied: Wir wollen aufstehen, aufeinander zu gehen...
Fürbitten und Vater unser
Fürbitten:  Pfarrer Jenssen
Der Heilige Geist ist es, der uns führt.
Nach dem Aufruf: „Darum bitten wir“ betet die Gemeinde
„Der Geist der Liebe gebe uns die Kraft dazu.“

Pfarrer Jenssen
1. „Begegnungen schaffen Verständnis, Gespräche führen zum Abbau von Ängsten.“
Darum bitten wir!
Alle: Der Geist der Liebe gebe uns die Kraft dazu
Uta Liebau
2. „Wir müssen endlich unsere Vorurteile beiseitelegen und uns gegenseitig mit dem gleichen Respekt und verantwortungsbewusst behandeln. Wir müssen wieder lernen, Mitgefühl füreinander zu haben und neugierig aufeinander zu sein.“
Darum bitten wir!
Alle: Der Geist der Liebe gebe uns die Kraft dazu    
Marcus Hoppe

3. „In Deutschland und Europa nehmen diskriminierende und rassistische Einstellungen gegenüber sozial benachteiligten Gruppen gegenwärtig wieder zu.“ Jeder von uns kann dazu beitragen, dass dem etwas entgegengesetzt wird.
Darum bitten wir!
Alle: Der Geist der Liebe gebe uns die Kraft dazu
Else Ommen
4. „Derzeit sind mit mehr als 50 Millionen Flüchtlingen weltweit so viele Menschen auf der Flucht, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die meisten Flüchtlinge sind innerhalb ihres Landes vertrieben, nur ein kleiner Teil überschreitet internationale Grenzen, die wenigsten kommen nach Europa.“  Wenn wir unsere eigene Einstellung in Diskussionen und Gesprächen vertreten, können wir zu einer positiven Stimmung den Flüchtlingen gegenüber beitragen.
Darum bitten wir!
Alle: Der Geist der Liebe gebe uns die Kraft dazu
Bettina Fritzsche
5. Vielfalt ist das Beste gegen Einfalt heißt das Motto der Interkulturellen Woche. Möge es gelingen, dass in jeder Aktion ein aufeinander Zugehen geübt wird, damit diese Woche nachhaltig zur besseren Verständigung beiträgt.
Darum bitten wir!
Alle: Der Geist der Liebe gebe uns die Kraft dazu

Vater unser.....Pfarrer Jenssen/ Kunstkarussell
Pf.Jenssen   Vater unser im Himmel.
Arabisch       Geheiligt werde dein Name.
Spanisch      Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Englisch       Unser tägliches Brot gib uns heute.
Spanisch      Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Arabisich      Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Pf. Jenssen  Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Lied oder Tanz
O komm, du Geist der Wahrheit
1. O komm, du Geist der Wahrheit, / und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, / verbanne Trug und Schein. / Gieß aus dein heilig Feuer, / rühr Herz und Lippen an, / dass jeglicher getreuer / den Herrn bekennen kann.
2. Ach, komm du uns entgegen, / erfülle unsern Geist, damit wir Zeugnis geben / von dem, was Gott verheißt: / Wer glaubt, der kann sich trauen / voll Mut daran zu gehn / die Mauern abzubauen, / die zwischen Menschen stehn.
3. Die Welt braucht grade heute / in dieser unsrer Zeit aufrechte, echte Leute / mit Phantasie: bereit, / für Frieden und Gerechtigkeit / entschieden einzustehn, / dass alle Menschen deutlich / dein großes Ziel vor Augen sehn.
4. O komm doch immer wieder / in unsre Welt hinein. / Dort, wo man allzu bieder / meint, braver Christ zu sein. / Komm, schreib in unsre Herzen / die große Leidenschaft, / mit der du in den Schwachen / wirkst mächtig deine Kraft.
Text: Strophe 1: Philipp Spitta 1833, Strophen 2-4: Thorsten Leißer, Melodie: Otto Riethmüller 1932

Ansagen: Uta Liebau

Imbiss im Anschluss, Informationen zur Woche, Kollekte, Dank an alle

Segen – Pfarrer Jenssen
Einer: Segne uns, Gott, auf unserem Weg.
ALLE: Segne unsere Hände, wenn sie tätig sind für eine faire Gesellschaft.
Einer: Segne unseren Herzschlag, wenn wir uns einsetzen fü̈r Flüchtlinge, Ausgegrenzte und an den Rand Gedrängte.
ALLE: Segne unsere Füße, wenn sie auf dem Weg des Friedens gehen.
Einer: Segne unsere Schultern, wenn wir die Last der Ungerechtigkeit auf ihnen spüren.
ALLE:   Es segne uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
Tanz, Lied, Musik
Grußwort
Landrat Brych

Imbiss und Gespräche

 
Jahr:
2015
Kontakt:

Kontakt:
Pfarrer Dirk Jenssen
Leitender Pfarrer
Marienburger Straße 35
38640 Goslar
Telefon 0 53 21/2 35 33
dirk.jenssen(at)katholische-kirche-nordharz.de