Gottesdienst zur Wander-Ausstellung von Pro Asyl „Asyl ist Menschenrecht“ in Burscheid

 

Ein Gottesdienst zur Eröffnung der Wanderausstellung von Pro Asyl "Asyl ist Menschenrecht" fand bereits am 22. März 2015 in der Evangelischen Kirche in Burscheid. Die Ausstellung war anschließend in allen Kirchen in Burscheid zu sehen und kommt im September ins Rathaus. Die Predigt passt zu den Themen der Interkulturellen Woche (IKW) sowie insbesondere zum Tag des Flüchtlings am Freitag innerhalb der IKW.


Erste Beiden Bilder verhängen…oder nach hinten stellen

Begrüßung                                                                                                                                                           
Dies Gebot haben wir von Gott, dass, die Gott lieben, dass die auch ihre Brüder und ihre Schwestern  lieben.

Dieser Vers aus dem 1. Johannesbrief heißt uns alle willkommen zum Gottesdienst.     

Die Liebe zu Gott und zu den Menschen um uns herum sind untrennbar, sagt uns dieser Vers. Er ist das Motto des Gottesdienstes heute, in dem es um Flüchtlinge in aller Welt und hier bei uns geht, um ihre Not, ihre Hoffnungen und um das Willkommen sein.  

Mit diesem Gottesdienst heute eröffnen wir die Wanderausstellung von Pro Asyl, die seit einigen Tagen und bis Ende April hier in unserer Kirche zu sehen ist. Unsere Kirche ist die erste Station. Anschließend wird sie durch alle Burscheider Gemeinden und einige Nachbargemeinden wandern und von Oktober bis Dezember auch im Rathaus zu sehen sein.

Der Verein KiB- Kulturen in Burscheid, dem unsere Gemeinde angehört, hat sich für die Ausstellung zusammen mit Menschen aus allen unseren Gemeinden stark gemacht.  Ich begrüße heute ganz besonders die Gäste, die anlässlich der Ausstellungseröffnung mit uns Gottesdienst feiern!

  1. Lied 440 All Morgen…

Wir feiern diesen Gd im Namen…                                                            
Unsere Hilfe steht….                                                                                                 
Christus sei mit euch

Gebet

Gott, Quelle allen Lebens,

Du hast uns geschaffen als Deine Ebenbilder. Deine Liebe verleiht uns eine Würde, die niemand uns nehmen kann.                                    Doch so leben wir nicht in unserer Welt. So gehen wir nicht miteinander um. So oft sind wir blind für Deine Gegenwart in den Menschen um uns herum.

Erbarm Dich über uns.

Gott, Liebe mit dem Antlitz eines Menschen,

In Jesu Leben, in seinem Leiden und Sterben, lässt Du uns zu dem Vertrauen finden, dass es keine Dunkelheit gibt, in der Du nicht gegenwärtig bist. Du leidest mit denen, die in einer Welt von Hass und Gewalt  zu überleben versuchen, deren Leben bedroht und deren Würde mit Füßen getreten wird. Du leidest mit denen, die alles verloren haben und fliehen, damit sie leben können.                Doch wir, wir leben oft so, als ginge uns fremdes Leid nichts an.

Erbarm Dich über uns.

Gott, Atem der Welt,

Du bist gegenwärtig da, wo Menschen Hoffnung haben. Du bist denen nahe, die Hilfe suchen, Trost und einen Neubeginn auch in unserer Mitte. Doch wir in unserem reichen Land werden allzu oft zu Totengräbern ihrer Hoffnung.

Erbarm Dich über uns.

Ach, Gott, Licht in der Dunkelheit, öffne unsere Herzen für Deine Liebe. Gott erbarme Dich…(singen)

Jesus macht uns Mut. Er verspricht uns, dass er uns in den Menschen begegnet, für die wir da sind. So erzählt es das Mt. Evangelium. Da sagt Jesus: Was ihr einem oder einer meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan…

  1. Lied: 235, 1-4 O Herr, nimm unsre Schuld…

Thema Teil I                                                                                                                                                       

2 Bilder  „Niemand flieht gern“  und Boot mit Flüchtlingen

Bild 1                                                                                        
Lektor   Ich wollte meine Heimat nicht verlassen. Ich hoffte bis zuletzt, der Krieg würde bald zu Ende gehen.

Pfarrerin Warum fliehen Menschen? Wenn Sie nachher die Ausstellung genauer ansehen, erfahren Sie viele Gründe, warum Menschen als Flüchtlinge ihre Heimat zurücklassen. Gewalt, Unterdrückung, Hunger, Krieg und schreiendes Unrecht zwingen Menschen dazu, ihr Zuhause, und oft auch ihre Lieben, wenn sie noch leben, zu verlassen. Kein Mensch flieht gern!

Bild 2  (ohne Worte)

Wer flieht, nimmt Gefahr für Leib und Leben auf sich, in der Hoffnung, dass er oder sie eine Chance auf eine Zukunft in Sicherheit und Frieden hat. Die meisten Flüchtlinge fliehen innerhalb des Landes. Viele Millionen  Menschen leben in Flüchtlingslagern der Nachbarländer, die oft ihre eigenen Nöte haben und die Flüchtlinge kaum mit dem Nötigsten versorgen können. Vor Hunger, Kälte, Krankheiten und Gewalt sind viele auch da nicht sicher. Manche Flüchtlinge riskieren ihr Leben, indem sie sich Schleppern anvertrauen. Besonders bei dem verzweifelten Versuch, das vermeintlich sichere Europa über das Meer zu erreichen, ertrinken Jahr für Jahr zahlreiche Menschen, Männer, Frauen, Kinder. Das können wir regelmäßig lesen und hören. Die Schuld dafür schieben sich die europäischen Länder gegenseitig zu. Mit dem Ergebnis, dass wir in Europa viele Millionen Euro dafür ausgeben, unsere Grenzen zu schützen und nur einen Bruchteil, oft weniger als ein Zehntel davon, für die Flüchtlingshilfe.

Ein Journalist, Maximilian Popp, hat es so ausgedrückt: „Die Europäische Union hat bislang ihre Grenzen geschützt. Sie sollte beginnen, Menschen zu schützen“.

Psalm 69 (732.1) im Wechsel linkes und rechts Seite (bitte schon 655 aufschlagen).

Wir beten mit den Worten des 69. Psalms. Wir bringen damit unsere Not und unsere Ängste vor Gott und die Not und die Ängste der Menschen, die fliehen müssen und in aller Welt Zuflucht suchen….

Lied 655 Aus der Tiefe…

Thema Teil II   

In wenigen Tagen, wenn wir Karfreitag und Ostern feiern, feiern Juden und Jüdinnen in aller Welt das Pessachfest. Sie feiern damit den Auszug aus Ägypten, die Grundgeschichte des jüdischen, des biblischen Glaubens: Den Auszug aus Ägypten.

Ich bin, Ich Bin Da, Dein Gott, weil ich Dich aus der Versklavung in Ägypten befreit habe…So beginnen die 10 Gebote, Gottes Worte zum Leben im Buch Exodus. Exodus – Auszug!

Flüchtlinge waren Jakob und seine Familie, als sie nach Ägypten gekommen waren. Wirtschaftsflüchtlinge – würde so mancher Politiker heute sagen. Konkreter ausgedrückt: Der Hunger zwang Jakob sein Zuhause zu verlassen, wie so oft in seinem Leben.

400 Jahre später, so erzählt es das Buch Exodus, hatte der Pharao und Ägypten vergessen, wie viel sie den israelitischen Gastarbeitern letztlich zu verdanken gehabt hatten. „Der Pharao wusste nichts mehr von Josef“ so heißt es im 1. Kapitel im Buch Exodus. - Und er schürte Ängste: Die Israeliten werden immer mehr. Wer weiß, bald sind wir Fremde im eigenen Land. Was, wenn sich die Israeliten mit unseren Feinden zusammentun?

Ängste, wie sie zu allen Zeiten geschürt werden, wenn Menschen fürchten, was ihnen fremd ist oder aus irgendeinem Grund plötzlich so fremd erscheint. Und so werden die Israeliten zur Gefahr erklärt. Sie werden versklavt, gequält, unterdrückt, ihrer Würde, ihrer Rechte beraubt.

Aber Gott sieht das Unrecht, so wird es erzählt. Und er verhilft den Israeliten zur Flucht. Wieder sind sie Flüchtlinge, Heimatlose, Entwurzelte. Aber in ihrer Verzweiflung, in den schlimmen Wüstenjahren, die kommen, wird Gott selbst immer wieder zum Boden unter ihren Füßen, zum Halt und zur Verheißung einer Zukunft in Frieden und Sicherheit.

Der Auszug aus Ägyptern – Urgeschichte des biblischen Glaubens, auch unsere Glaubens: Wir glauben an einen Gott, der Menschen befreit. An einen Gott, der das Unrecht sieht und sich schützend vor die stellt, die Unrecht erleiden.

Die Bibel ist voller Flucht- und Auswanderungsgeschichten.  Viele berühmte Menschen der Bibel müssen als Flüchtlinge ihre Heimat verlassen oder wandern aus anderen Gründen aus. Sie erleben, wie es ist, in der Fremde zu sein, angewiesen auf Andere. Und so mahnt die Bibel immer wieder, den Fremden mit Liebe zu begegnen. Nennt sie immer wieder in einem Atemzug mit anderen, die in besonderem Maße auf Liebe und verstehen angewiesen sind….

Wir hören in einer Zusammenstellung biblischer Verse von Flüchtlingen der Bibel und von Gottes Sorge um sie.

Lesungen

Abwechselnd gelesen im Wechsel Lektor (I) /Pfarrerin (II) Fluchtgeschichten und Umgang mit Flüchtlingen. Untermalt mit sehr leisen Improvisationen der Kantorin

I  Die Hungersnot aber lastete schwer im Land. Und Gott sprach zu Jakob: Ich bin Gott, der Gott deiner Vorfahren; fürchte dich nicht nach Ägypten hinunter zu ziehen; denn da will ich dich zu einem großen Volk machen.                                                                                (Gen. 43,1 und 46,2 und 3)

II  Die Fremden sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisst um der Fremden Herz, weil ihr auch Fremde in Ägyptenland gewesen seid.     (Exodus 23,9)

I  Aber Mose floh vor dem Pharao und hielt sich auf im Lande Midian.   (Exodus 2,15)

II  Wenn ein Fremder/eine Fremde bei euch wohnt in eurem Lande, den/die sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn/sie lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägypten. (Levitikus 19,33.34)

I  Zu der Zeit als die Richter richteten, entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann aus Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen.        (Ruth 1,1)

II  Wenn Du Deinen Olivenbaum geschüttelt hast, darfst Du das nicht danach auch noch mit den Zweigen tun. Das ist alles für die fremden, Waisen und Witwen bestimmt. (Dtn 24,20) -

Gott schafft Recht den Waisen und Witwen und hat die Fremden lieb.       (Deuteronomium 10,18)

I  An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten....wie können wir Gottes Lied singen in fremdem Lande?               (aus Psalm 137)

II Gott behütet die Fremden und erhält Waisen und Witwen.  (Psalm 146,9)

I Da erschien der Engel Gottes dem Josef im Traum und sprach:  Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis sich es dir sage, denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen und umzubringen...  (Matthäus 2,13)

II Jesus sprach zu ihnen...wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit... dann wird er sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich...,denn ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.            (Matthäus 24,4, und 25,31.34f)

  1. Lied 674 Damit aus Fremden…

Thema Teil III                                                                                                                                                            

Bild: Europa schützt seine Grenzen (statt Menschen)                        

Warum verschanzen sich Menschen vor dem, was Ihnen fremd ist? Vor neuen Gedanken, vor fremden Dingen, vor Menschen, die fremd erscheinen? Das ist ja immer schon so. Die Bibel gibt beredtes Zeugnis davon.

Nicht selten hat das mit politischem Kalkül zu tun. Wie im Fall des ägyptischen Pharao. Wie heute oft genug auch.                                  Machthaber, durchaus auch demokratisch gewählte Politiker, spielen mit den Ängsten von Menschen vor dem, was fremd ist. Oder aber lassen ihre Entscheidungen von den Ängsten der Wähler beeinflussen, auf deren Stimmen sie zählen wollen.

Angst ist eine starke Macht. Aber wie irreal die Ängste oft sind, hat uns die Pegidabewegung vor kurzem eindrücklich vor Augen geführt. Ausgerechnet in Sachsen, wo es kaum Muslime gibt, ist die Angst vor einer Islamisierung des Landes, verknüpft mit der generellen Ablehnung von Flüchtlingen jedweder Herkunft, besonders stark ausgeprägt.

Angst ist eine starke Macht. So stark, dass sie für Argumente oft kaum zugänglich ist. Ethische Argumente, das eindeutige Gebot der Bibel zur Nächsten - und ausdrücklich zur Fremdenliebe -verhallen selbst bei Menschen, die sich als gläubige ChristInnen betrachten. Und wenn selbst Wirtschaftsverbände regelmäßig darauf hinweisen, dass wir gerade in Deutschland dringend auf Einwanderung angewiesen sind, macht das seltsam wenig Eindruck auf die, die auf Stimmenfang sind oder auf die, die ihre Ängste und Feindbilder pflegen.

Und doch ist es wichtig, den Ängsten und Feindbilder zu begegnen, um Einsicht zu werben, wie es das Alte Testament tut. Wir haben es eben gehört:

Wenn ein Fremder/eine Fremde bei euch wohnt in eurem Lande, den/die sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn/sie lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägypten……..

Um Einsicht werben ist wichtig, wenn ich Menschen überzeugen will. Und- in der Tat – helfen manchmal auch die nackten Zahlen.

Die Ausstellung, die wir mit diesem Gottesdienst eröffnen, macht auf vielen Bildern eindrücklich deutlich, wie weit entfernt die Realität oft von dem ist, was Menschen vermuten, die Angst vor Überfremdung haben:

Von „Flüchtlingswellen“ wird in Deutschland selbst in seriösen Nachrichtensendungen oft gesprochen. So als ob geradezu ein Tsunami von Menschen nach Deutschland rollt. Wirksame und destruktive Sprachbilder sind das… Tatsache aber ist, dass z.B. von den syrischen Flüchtlingen gerade einmal 3 % Zuflucht in der ganzen EU finden, während der winzige Libanon mit seinen eigenen großen Problemen 34 % aller syrischen Flüchtlinge aufnimmt oder Jordanien mit seinen eigenen großen Problemen schon in der Wasserversorgung der eigenen Bevölkerung, 24 %.

Die Ausstellung von Pro Asyl will unsere Köpfe erreichen, in dem sie Fakten geraderückt und statistische Tatschen anschaulich macht. Und sie will unsere Herzen erreichen, in dem sie einzelne Flüchtlinge beispielhaft in den Blick nimmt und zu Wort kommen lässt. So versucht sie auf ihre Weise, was auch die biblischen TheologInnen tun: Sie macht  Mut und gibt Orientierungshilfen für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden in unserer Welt. So baut sie mit am Reich Gottes. Davon singen wir mit dem nächsten Lied.

  1. Lied Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen

Bild Grand Hotel

Ein letztes Bild nehmen wir im Gottesdienst in den Blick:Das Grand Hotel.

Wir sind noch nicht im Festzelt angelangt, aber wir sind eingeladen… so heißt es in einem schönen Lied. D.h.: Das Reich Gottes ist noch nicht da, ja manchmal scheint es unerreichbar fern. Aber immer wieder ragt ein bisschen davon in unsere Wirklichkeit hinein, so wie es Jesus verspricht.

Das Grand Hotel ist so einer der vielen kleinen Lichtstrahlen, die in unsere Wirklichkeit hineinragen.

„Wir glauben, dass sich Menschen so verhalten, wie man sie behandelt“. So heißt es da. Ein Spiegelbild der goldenen Regel im Matthäusevangelium: Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihnen auch, sagt Jesus da.

Das Grand Hotel in Augsburg versucht, Flüchtlingen die Würde zu lassen, die ein jeder Mensch in dieser Welt braucht, um Mensch sein zu können. Asylbewerber und Hotelgäste leben dort möglichst unterschiedslos zusammen. Flüchtlinge sollen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt zu leben und Anteil zu haben am gesellschaftlichen Leben: Die Diakonie, die Regierung von Schwaben und ein gemeinnütziger Verein arbeiten dort zusammen, um diese Idee zu verwirklichen.

Wie eine Gesellschaft Flüchtlingen begegnet, sagt viel über sie selbst aus. So heißt es im Text dazu.

Wir ihr umgeht mit den Schwächsten in eurer Mitte, mit Fremden, Witwen und Waisen, das zeigt, ob ihr mich liebt, ob ihr den Bund verstanden habt, den ich mit euch geschlossen habe. So sagen es die biblischen ErzählerInnen wieder und wieder.

Und der Friede Gottes….

  1. Lied 667 Wenn das Brot…

 Abkündigungen

Zur Situation in Burscheid: Wie ist eigtl. die Situation von Flüchtlingen in Burscheid? Darüber kann uns die Ausstellung ja nichts sagen.

In Burscheid leben zur Zeit gut 60 Flüchtlinge, allerdings ändern sich die Zahlen im Moment sehr schnell…

Einzelne BurscheiderInnen engagieren sich schon seit Jahren für Flüchtlinge. Seit Februar diesen Jahres gibt es ein Netzwerk für die Flüchtlingshilfe in Burscheid…..

Kollekte: Pro Asyl

Fürbitte Pfarrerin (I) i.W. mit Lektor(II) 

I           Gott, es scheint doch nicht schwer: So zu sein gegenüber anderen, wie ich es mir für mich selbst wünsche.

II          Und doch, und doch: Ist mein Herz so oft zu eng dafür.

I           Es scheint doch nicht schwer, mitzufühlen mit denen, die alles entbehren, was ich so selbstverständlich habe: Ein Zuhause, meine Lieben um mich, ein Leben in Würde und Frieden.

II          Und doch, und doch: sperrt sich mein Herz so oft in Angst.

I           Ach, Gott, öffne Du unsere Herzen für die, die doch Dir so am Herzen liegen: Die keinen Boden unter den Füßen haben, die ohne Heimat sind, die einsam sind oder in Angst leben.

II          Deine Liebe braucht unsere Liebe. So sagen es uns unsere Vorfahren im Glauben. Lass es uns verstehen. Und lass uns darin unsere Würde finden und Freude an dem, was wir in Deinem Namen und im Vertrauen auf Dich sagen und tun.

Vater Unser

6. Lied 421 Verleih uns Frieden                                                                          

Segen

Annerose Frickenschmidt                   
Pfarrerin in Burscheid