Bausteine des Berliner ökumenischen Eröffnungsgottesdienstes zur IKW 2014 "Gemeinsamkeiten finden – Unterschiede feiern“

 
Evangelische Paulus-Kirchengemeinde Berlin-Lichterfelde

18. September 2014

Predigt: Kristin Platek, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Berlin.
Musik: Kantorei der ev. Paulus-Gemeinde, Daniel Opoku / kath. Ghana-Gemeinde, afrikanische Trommeln

Ablauf

  • Orgelmusik zum Einzug
  • Chorlied: „Der Herr ist mein Hirt“ Kantorei der Ev. Paulusgemeinde, Berlin-Lichterfelde (von Bernhard Klein)
  • Begrüßung und Eröffnung Pfarrerin Barbara Neubert
  • Lied: „Kommt herbei, singt dem Herrn“
  • Psalm 34 Pfarrerin Barbara Neubert

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist
Ich will den HERRN loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Meine Seele soll sich rühmen des HERRN,
dass es die Elenden hören und sich freuen.
Preiset mit mir den HERRN
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir
und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
Als einer im Elend rief, hörte der HERR
und half ihm aus allen seinen Nöten.
Der Engel des HERRN lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!
Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen!
Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
Reiche müssen darben und hungern;
aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel
an irgendeinem Gut.
Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR
und errettet sie aus all ihrer Not.
Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,
und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Der Gerechte muss viel erleiden,
aber aus alledem hilft ihm der HERR.
Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte,
und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.
Lied: „Ehre sei dem Vater .......“

  • Innehalten – in der Gegenwart Gottes Pfarrer Dr. Andreas Goetze
  • Lied: Kyrie eleison Chor und Gemeinde
  • Gnadenzusage Pfarrer Dr. Andreas Goetze
  • Glorialied Daniel Opoku(in der Sprache Ghanas)
  • Eröffnungsgebet Pater Josef Rohrmeyer
  • Biblische Lesung aus dem Prophetenbuch Jeremia, Kapitel 31 Pastoralreferentin Lissy Eichert
  • Chorlied: „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen“ (arr. Matthias Nagel) Kantorei der Ev. Paulusgemeinde, Berlin-Lichterfelde
  • Lesung des Evangeliums auf Griechisch (liturgisch rezitativ) Pater Emmanuel Sfiatkos
  • Lukasevangelium, Kapitel 7, Verse 1-10
    Der Hauptmann von Kapernaum

Nachdem Jesus seine Rede vor dem Volk vollendet hatte, ging er nach Kapernaum.
Ein Hauptmann aber hatte einen Knecht, der ihm lieb und wert war; der lag todkrank.
Als er aber von Jesus hörte, sandte er die Ältesten der Juden zu ihm und bat ihn, zu kommen
und seinen Knecht gesund zu machen.
Als sie aber zu Jesus kamen, baten sie ihn sehr und sprachen: Er ist es wert, dass du ihm die
Bitte erfüllst; denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut.
Da ging Jesus mit ihnen. Als er aber nicht mehr fern von dem Haus war, sandte der
Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Ach Herr, bemühe dich nicht; ich bin nicht
wert, dass du unter mein Dach gehst; darum habe ich auch mich selbst nicht für würdig geachtet,
zu dir zu kommen; sondern sprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund.
Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn
ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er hin; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er;
und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er's.
Als aber Jesus das hörte, wunderte er sich über ihn und wandte sich um und sprach zu dem
Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.
Und als die Boten wieder nach Hause kamen, fanden sie den Knecht gesund.

  • Moment der Stille
  • Predigt Kristin Platek
  • Gemeindelied „Strahlen brechen viele“
  • Zeugnis der Sorgen, Probleme, Wünsche, Hoffnungen Statement eines Flüchtlings
  • Kampf der Flüchtlinge für Freiheit

Wie sind eine Gruppe von Flüchtlingen und haben unsere Länder aus konkreten politischen Gründen verlassen müssen. Krieg, Sanktionen, religiöse Probleme und dazu die Unmöglichkeit, unter der Diktatur ein sicheres Leben führen zu können, haben uns hierher nach Deutschland getrieben. Nun sind wir hier, nur um ein Leben in Sicherheit und Freiheit führen zu können. Viele verloren ihr Leben auf dem Weg hierher. Und auch wir, die wir hier sind, haben viele Gefahren und Risiken in Kauf nehmen müssen. Wir sind nicht leichtfertig hierher gekommen. Trotzdem müssen wir hier in Deutschland inhumane  Lebensbedingungen ertragen. Dazu gehören z.B. der Zwang, in Flüchtlingslagern isoliert von der Außenwelt zu leben, die Gefahr der Abschiebung, die Residenzpflicht, Lebensmittelpakete statt Selbstverpflegung, das Verbot zu arbeiten oder eine Ausbildung zu machen und dass wir uns nicht frei bewegen können. Das sind nur einige Beispiele für das, was wir jeden Tag erleben müssen. Die Folge davon ist, dass Flüchtlinge krank werden. Sie verlieren ihren Verstand, ihre Fähigkeiten und Qualifikationen, ihr Selbstvertrauen und ihren Selbstrespekt als menschliche Wesen, und sie sind mit Erfahrungen von Diskriminierung und sogar Rassimusmus konfrontiert. Oft werden unsere Asylverfahren nicht fair und ernsthaft auf der Grundlage geltender Gesetze betrieben. Und aus allen diesen Gründen gibt es eine ungezählte Zahl von Flüchtlingen, die ihrem Leben ein Ende gesetzt haben. Als ihre Zimmernachbarn können wir nicht einfach mehr herumsitzen und zusehen, wie sie leiden und sterben. Am 8. September 2014 sprang ein junger Flüchtling in Hof/Bayern aus dem 4. Stock des Gebäudes aus Enttäuschung über die Art, wie Flüchtlinge in diesem Teil der Welt behandelt werden und aus Angst vor Abschiebung. Er ist schwer verletzt und wir wissen im Augenblick nicht, ob er überleben wird. Das ist der Grund, warum wir Flüchtlinge uns entschlossen haben, unseren Protest auf die Straßen und in die Städte in Deutschland zu tragen und für unsere Freiheit und die grundlegenden Rechte als Menschen zu kämpfen.
Bitte helfen Sie uns!

Übersetzung: Hanns Thomä

  • Antwortendes Fürbittengebet Nora Brezger / Sona Eypper
  • Vaterunser - jeder in seiner Sprache
  • Einführung zum Friedensgruß Pastoralreferentin Lissy Eichert
  • Lied: „We are one in the Spirit“
  • Ankündigung der Kollekte Hanns Thomä
  • Chorlied: „Gib uns Frieden jeden Tag“ Kantorei der Ev. Paulusgemeinde, Berlin-Lichterfelde
  • (arr. Matthias Nagel)
  • Einladung zum Empfang Hanns Thomä
  • Segen Archimandrit Emmanuel Sfiatkos (Griechisch) , Pfarrerin Barbara Neubert (Deutsch)
  • Orgelmusik zum Auszug

Mitwirkende beim Gottesdienst
Archimandrit Emmanuel Sfiatkos, Internationaler Konvent Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg e.V.
Nora Brezger, Flüchtlingsrat Berlin e. V.
Pastoralreferentin Lissy Eichert, Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin
Sona Eypper, Ökumenischer Rat Berlin und Brandenburg (ÖRBB)
Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den interreligiösen Dialog, Evang. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
Kristin Platek, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),
Diözesanverband Berlin
Pater Josef Rohrmayer, Afrika Center, Berlin
Hanns Thomä, Beauftragter für Migration und Integration der EKBO

Musikalische Gestaltung:
Kantorin Dr. Cordelia Miller
Daniel Opoku, katholische Ghana-Gemeinde, afrikanische Trommeln
Kantorei der Evangelischen Paulusgemeinde, Berlin-Lichterfelde
Leitung: Kantorin Dr. Cordelia Miller

Wir erbitten Ihre Kollekte für:
1. Nothilfe für Flüchtlinge
2. Internationaler Konvent Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg e.V.