Ablauf des Gottesdienstes zur NRW-weiten Eröffnung der Interkulturellen Woche am 21.9.2014

 
Sonntag, 21. September 2014 in der Bergerkirche Düsseldorf

Eröffnung am Trauerort

Begrüßung und Hinführung in der Bergerkirche

Eingangsmusik

Lied: Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht

2. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt,
bringe ich vor dich. Wandle sie in Stärke:
Herr erbarme dich.
3. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit
bringe ich vor dich. Wandle sie in Wärme:
Herr erbarme dich.
4. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit
bringe ich vor dich. Wandle sie in Heimat:Herr erbarme dich.

Psalm 119 1+3 (Greiner)

Wohl denen, die ohne Tadel leben,
die im Gesetz des Herrn wandeln!

Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten,
die ihn von ganzem Herzen suchen,

die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun.
Wenn ich schaue allein auf deine Gebote,
so werde ich nicht zuschanden.

Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,
dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.

Deine Gebote will ich halten;
verlass mich nimmermehr!

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Wege.

Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe,
und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

Stärke mich, dass ich gerettet werde,
so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

Gebet mit Kyrie (Greiner) Barmherziger Gott, wir wollen zur Ruhe kommen und rufen Dich an:
Gott, an unseren Grenzen, den Grenzen der EU, sterben täglich Flüchtlinge, die ihrer aussichtslosen Situation  in den Heimatländern entrinnen wollen. Dieser tausendfache Tod erfüllt uns mit Scham, denn es sind unsere Toten.   Wir bringen vor Dich die vielen Opfer und Flüchtlinge im Nahen und Mittleren Osten. Wir tun uns schwer darauf angemessen zu reagieren:

Kyrie …

(Osei) Gott, Flüchtlinge und Zugewanderte in Deutschland werden nicht offenen Armen empfangen. Viele Menschen begegnen ihnen abweisend, grenzen sie aus und wollen nichts mit ihnen zu tun haben. Die Flüchtlinge selbst finden nur schwer einen Zugang zu Ihrem Recht in ihrer neuen Heimat, sie sind zum Nichtstun verdammt und dürfen nicht einmal sofort die deutsche Sprache lernen:

Kyrie…

(Windgasse) Gott, in unserem Land werden immer noch rassistische Parolen ausgerufen und Menschen anderer Herkunft erniedrigt. Wir sind oft zu gleichgültig oder fühlen uns überfordert, dagegen einzuschreiten und dagegen unsere Stimme zu erheben:

Kyrie …

(Osei) Gott, Sprachschwierigkeiten der Lippen und der Herzen lassen uns oft ermüden in unserer Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Sprachschwierigkeiten führen auch immer wieder zu großen Missverständnissen und Vorurteilen unter uns:

Kyrie …

(Kim) Gott, du hast jeden Menschen in Liebe erschaffen und du willst uns in jedem unserer Mitmenschen begegnen. Oft nehmen wir diese Begegnung nicht ernst und sind nicht fähig, dich im Angesicht unserer Mitmenschen zu erkennen:

Kyrie …

(Greiner) Wir rufen zu Dir in der Zuversicht, weil wir wissen:
Wo du bist, Gott,
zählen Geschlecht, Hautfarbe und Herkunft nicht mehr.
Wo du wirkst, Gott,
leben Menschen und Kulturen in aller Verschiedenartigkeit miteinander.
Wo du bleibst, Gott,
verlieren Angst, Vorurteile und Hochmut ihre Macht.
Amen.

Zwischenmusik

Lesung aus dem Buch Ruth

Sprecher 1 (Kim)       
Als neutestamentliche Lesung hören wir aus dem Buch Ruth:

Sprecherin 2: (Windgasse) Ruth Kapitel 1 Vers 1: Zur Zeit der Richter kam eine Hungersnot ins Land; da machte sich ein Mann aus Bethlehem in Juda mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen auf, um in den Gefilden Moabs als Fremder zu weilen.

Sprecher 1 (Kim) So beginnt eines der kleinsten Bücher der Bibel: Das Buch Ruth. - Im fremden Land fühlen sich der Mann und seine Familie zuhause, die Söhne heiraten einheimische Frauen, Moabiterinnen.
Dann aber stirbt der Mann und später auch seine Söhne. Seine Frau, Naomi, bleibt allein zurück mit den beiden fremden Schwiegertöchtern. Sie sehnt sich nach der alten Heimat in Israel und bricht auf. Eine der Schwiegertöchter, Ruth, begleitet sie und geht mit:

Sprecherin 2 (Windgasse) Ruth 1,16: Wo du hin gehst, da will ich auch hingehen, wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.

Sprecher 1 (Kim) Die Rückkehr für Naomi ist nicht leicht, der Anfang für Ruth in der Fremde noch schwerer. Für die alte Schwiegermutter und sich selbst kämpft sie ums Überleben, was auf den Feldern nach der Ernte übrig bleibt, sammelt sie auf. Schwiegermutter Naomi kennt sich aus mit Tradition, Kultur, Rechtsprechung: sie berät die junge Frau.

Sprecherin 2: (Windgasse) Ruth 3,2: Ist Boas, dessen Knechten du auf dem Feld gefolgt bist, nicht unser Verwandter? Nun, heute Abend worfelt er die Gerste auf seiner Tenne. Darum wasche und salbe dich; zieh dich an und gehe zur Tenne hinunter, aber lass dich von ihm nicht erkennen, ehe er mit Essen und Trinken fertig ist. Wenn er sich hinlegt, merke dir die Stelle, wo er schläft; dann geh hin, decke den Platz zu seinen Füßen auf und lege dich dorthin: Er wird dir mitteilen, was du zu tun hast.“

In der Nacht spürt der Mann ein Frösteln und als er um sich blickt, sieht er eine Frau zu seinen Füßen liegen: „Wer bist du?“ Ich bin Ruth, deine Magd. Breite deinen Gewandzipfel über deine Magd, denn du bist mein Löser.“

Sprecher 1: (Kim) Ruth 4: Am nächsten Morgen geht Boas zum Tor und lässt sich dort nieder. Zehn Männer sind als Zeugen da. Er löst Ruth aus.

Sprecherin 2: (Windgasse) In der Bibel heißt es dazu (Ruth 4,7): In einem Fall von Lösung oder Tausch gab es früher in Israel diesen Brauch, um jede Angelegenheit  gültig zu machen: der eine zog seinen Schuh aus und gab ihm den anderen. Dies war in Israel die Bestätigung vor Zeugen.

Sprecher 1: (Kim) Boas erhält den Schuh vom nächsten Verwandten der Naomi mit den Worten: „Erwirb du für dich“ Er zieht seinen Schuh aus. Boas sagt im Tor zu den Männern: Ihr seid Zeugen: Ich bin der Löser. Ruth wird Boas Frau, sie feiern Hochzeit, Ruth bekommt ein Kind. Obed, er wird einer der Vorfahren Jesu sein.

Halleluja

Glaubensbekenntnis (Greiner): Ich glaube an Gott, ...

Lied: Wohl denen, die da wandeln
2.
Von Herzensgrund ich spreche:
dir sei Dank allezeit, weil du mich lehrst die Rechte
deiner Gerechtigkeit. Die Gnad auch ferner mir gewähr;
ich will dein Rechte halten, verlass mich nimmermehr.
3. Mein Herz hängt treu und feste
an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste,
sonst ich zuschanden werd. Wenn du mich leitest, treuer Gott,
so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.
4. Dein Wort, Herr, nicht vergehet,es bleibet ewiglich, so weit der Himmel gehet,
der stets beweget sich; dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit
gleichwie der Grund der Erden, durch deine Hand bereit’.

Predigt über das Buch Ruth (Rudolph)

Zwischenmusik

Lied: Du hast vereint in allen Zonen (mehrsprachig)
2 frz. Des promesses de ta parole, Daigne, Seigneur, te souvenir:
Que ton Esprit Saint nous console. Et nous apprenne à te bénir.
Ouvre nos yeux à ta lumière, change et dirige notre coeur,
Et que ton Eglise en prière. Par toi soit gardée de l’erreur.
3 engl. Spread Thy good news to all Thy people from rising unto setting sun:
And let us hear the myriad voices in theme and music raised as one!
And on the farthest distant beaches the nations all their tribute bring,
and there beneath the Cross assembled praise Jesus Christ their Lord and King.

Fürbittengebet mit Liedruf
(Greiner) Gnädiger Gott,
du schenkst uns immer wieder deine Nähe, die zur Solidarität anstiftet. Höre uns nun, wenn wir füreinander beten:

(Osei) Wir bitten dich für alle Menschen, die wegen ihres Glaubens, ihrer politischen Überzeugung, wegen ihrer Rasse verfolgt und bedrängt werden. In diesen Tagen denken wir besonders an die verfolgten Christinnen und Christen im Irak und im Nahen Osten, die Yeziden und Schiiten.
Für sie rufen wir zu Dir:

(Psz1) Wir bitten dich für alle Flüchtlinge, deren Heimat verloren geht.
Für alle Traumatisierten, deren Vertrauen in die Menschen erschüttert ist.
Für alle unbegleiteten Minderjährigen, deren Kindheit nur ein ferner Traum scheint.
Für sie rufen wir zu Dir:
Herr, erbarme dich.

(PSZ 2) Wir bitten dich für alle, die sich gerne integrieren wollen und deren Freiheit doch durch Anpassungsdruck eingeengt wird.
Für alle, die Freude an der Begegnung mit anderen haben  und deren Glück immer wieder durch den Ruf nach einer »Leitkultur« getrübt wird.
Für alle, die furchtlos zusammen halten wollen und die doch schnell als »Gutmenschen« belächelt werden.
Für sie rufen wir zu Dir:
Herr, erbarme dich.

(PSZ 3) Wir bitten dich für alle, die aus Angst vor Überfremdung gar nicht mitbekommen, wie schön Vielfalt sein kann.
Für alle, die zum eigenen Vorteil auf Kosten von Migrantinnen und Migranten Stimmung machen.
Für alle, die sich mit verbaler und physischer Gewalt gegen ein friedliches Miteinander stemmen.
Für sie rufen wir zu Dir:
Herr, erbarme dich.

(PSZ 4) Wir bitten dich für unser Land, unsere Kommunen und Kirchengemeinden,
die Gemeinden anderer Sprache und Freundschaftsvereine,
Verbände und Gruppen, die miteinander dazu beitragen, dass diese Welt gerechter wird und freier und gemeinschaftlicher, zum Wohle aller Menschen.
Für sie, für uns rufen wir zu Dir:
Herr, erbarme dich.

(Greiner) Gemeinsam beten wir, wie uns Jesus gelehrt hat: Vater Unser

Lied: Bewahre uns Gott, behüte uns Gott
2.
Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten,
voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.
3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen,
sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.
4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen,
dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.

Abkündigungen 

Segen

Musik zum Ausgang
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Mitwirkende
Evi Claßen (Freundeskreis Trauerort)
Jae-Woan Kim (Int. Kirchenkonvent)
Pfarrer. i.R. Gerhard Greiner
Kirchenrat Rafael Nikodemus
Jabis Osei (Church of Pentecost)
Jürgen Rau (Freundeskreis Trauerort)
Oberkirchenrätin Barbara Rudolph
Annette Windgasse (PSZ)
Musik
Klavier Uwe Hofmann
Saxophon: Matthias Kurzhal
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Kontakt:
Kirchenrat
Pfarrer Rafael Nikodemus
Evangelische Kirche im Rheinland
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- Abt. III "Ökumene, Mission und Weltverantwortung" -
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