Wanderausstellung - Generation Einskommafünf

 

In der Debatte um Migration und Integration wird bislang einer Gruppe gar keine Beachtung geschenkt: Es ist die Generation Einskommafünf – die zurückgelassenen Kinder der türkischen Arbeitsmigranten_innen. Ausgehend von ihrer eigenen Geschichte hat sich Olcay Acet auf die Suche nach anderen Zurückgelassenen gemacht.

Das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei, das im Jahre 1961 geschlossen wurde, sah keinen Familiennachzug vor. So gaben Eltern, die als »Gastarbeiter_innen« nach Deutschland kamen, ihre Kinder in die Obhut von Familienangehörigen und holten sie Jahre später nach. Die Erfahrung dieser Kinder der Generation Einskommafünf, die Narben, die das Zurückgelassen-Worden-Sein und das Nicht-Ankommen-Können hinterlassen haben, nehmen bis jetzt keinen Raum ein, wenn über Integration gesprochen wird.

Das Ziel der Ausstellung ist es, für die Trennungs- und Migrationserfahrungen der Betroffenen einen Raum zu bieten, um damit die ganz persönlichen Migrationsprozesse zu veranschaulichen. Gleichzeitig wird damit die deutsch-türkische Einwanderungsgeschichte besser verständlich.

Olcay Acet will mit diesem Projekt auf die unbewusste Weitergabe von frühen konflikthaften Erlebensanteilen der Gene­ra­tion Einskommafünf an die nächsten Generationen aufmerksam machen.

Denn erst durch die Bewusstwerdung von verleugneten, verdrängten und abgewehrten Erlebnissen, aus einer tiefen, inneren Perspektive heraus, kann eine kollektive Auseinandersetzung stattfinden.

 
Materialheft:
Gliederung 2014
Weitere Informationen:

Die Wanderausstellung setzt sich zusammen aus fünfzehn Gesprächen, die über fünfzehn Bildschirme aus allen technischen Epochen seit 1961 laufen.

Kontakt und weitere Informationen zur Ausstellung:
Olcay Acet
Tel.: 0178 / 35 98 707
info@ortada.de | www.ortada.de