Das Patenschaftsmodell in Offenbach

 
Foto: PMO

»Das Patenschaftsmodell in Offenbach (PMO) ist etwas ganz Besonderes. Es hilft Jugendlichen sehr konkret und effektiv«, so Fanni Mülot, Rektorin der Geschwister- Scholl-Schule bei der Verleihung des Integrationspreises der Stadt Offenbach im Juni 2011. Sie betonte, wie wichtig es für die Schülerinnen und Schüler ist, einen ganz persönlichen Wegbegleiter zu haben, der an sie glaubt. Die Pröpstin von Rhein-Main, Gabriele Scherle hob in ihrer Laudatio den Vorbildcharakter des Projektes, von dem sowohl die Jugendlichen wie auch die Paten profitieren, hervor.

Das PMO wurde 2004 von Anja Harzke, Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung im Ev. Dekanat Offenbach und von Jörg Meyer vom Jugendamt der Stadt Offenbach auf Anregung des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung gegründet. Die einfache Idee: ehrenamtliche Patinnen und Paten sollen jugendlichen Hauptschülern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen. Denn in Gesprächen mit den Schulleitern der Offenbacher Hauptschulen stellte sich heraus, dass an manchen Schulen kein einziger Schulabgänger einen Ausbildungsplatz fand. Besonders die Probleme mit der deutschen Sprache waren häufig hinderlich.

Zu Beginn engagierten sich drei Paten. Mittlerweile begleiten 40 Patinnen und Paten jährlich ca. 40 Schüler und Schülerinnen in den achten und neunten Klassen an drei Hauptschulen.

Im Jahr 2011 konnten 70,2 Prozent der PMO Absolventen eine Ausbildung beginnen oder schafften den Schritt in eine weiterführende schulische Qualifizierung. Die Bürgerstiftung Offenbach und die Deutsche Bank verliehen neun Schülern, die einen Realschulabschluss anstreben, im Herbst 2011 dafür Stipendien. Neben einer monatlichen finanziellen Zuwendung erhielten die Jugendlichen auch einen Laptop.

Patinnen und Paten können eine Fallsupervision, Fachvorträge oder eine Fortbildung in Interkultureller Kompetenz in Anspruch nehmen. Ein Patenstammtisch dient dem gemeinsamen Austausch. Jugendliche erhalten zwei Mal pro Woche kostenlos Nachhilfe.
Auch Hockey- und Kletterworkshops sowie Theater-, Hip-Hop- und Percussionworkshops werden gerne angenommen.

Eine große Hilfe für das Patenschaftsprojekt ist das personelle und finanzielle Engagement von namhaften Wirtschaftsunternehmen.

Darüber hinaus werden Mittel über Fundraising, aus Stiftungen und Spenden eingeworben.

Das langjährige Engagement für Schülerinnen und Schüler, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, wurde auch vom Hessischen Sozialministerium honoriert. Im Dezember erhielt das Offenbacher Patenschaftsmodell die Landesauszeichnung »Soziales Bürgerengagement 2011«.

 
Materialheft:
Gliederung 2012
Autorin:
Pfarrerin Anja Harzke
Weitere Informationen:

Kontakt:

Jörg Meyer
Jugendberatung / Projekte Jugendamt Stadt Offenbach
KJK Sandgasse
Joerg.meyer@jugendamt-of.de

Anja Harzke
Pfrin für Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelisches Dekanat Offenbach
Ludo-Mayer-Str. 1
63065 Offenbach
anjaharzke@gmx.de