Buch: »Heile Welten — Rechter Alltag in Deutschland«

 

Astrid Geisler und Christoph Schultheis haben anderthalb Jahren recherchiert und geschrieben — nicht um Alarm zu schlagen, sondern um neue Einblicke zu bieten in das rechte Alltagsleben in Deutschland.

Rechtsradikale erkennt man längst nicht mehr nur an Springerstiefeln und kahlrasierten Schädeln. Die Rechte hat ein neues Gesicht: Sie sitzen im Elternbeirat, kaufen Gemüse aus der Region und nennen ihren Sohn Siegfried. Astrid Geisler und Christoph Schultheis haben in einer Subkultur in Deutschlands Gesellschaft recherchiert, die sich nach außen bürgerlich gibt, aber im Innern für Nationalismus und Antisemitismus kämpft. Sie gewinnt Anhänger, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen: in der Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut, in ihren Ressentiments, die sie gegen Ausländer hegen. Hier lauert eine versteckte Gefahr.

Im Buch heißt es: Die Grenzüberschreitungen sind allgegenwärtig, (…) viele werden kaum noch ernst genommen, stören kaum noch jemanden. Gerade dort aber, wo sich die Demokratiefeinde am unauffälligsten geben, dort, wo sie vermeintlich kaum der Rede wert sind, sind sie zugleich am effektivsten. Und die Geschichten, die erzählt werden, sind keine Ausnahme- oder Einzelfälle; manche sind mit Drucklegung des Buchs noch lange nicht zu Ende erzählt. Leider.

Auf gut 220 Seiten finden sich Reportagen und Momentaufnahmen, die beispielhaft zeigen sollen, wie vielfältig und unauffällig sich hierzulande extrem rechte Ansichten und Einflussnahmen etabliert haben: in Klein- und Großstädten, in Ost- und Westdeutschland, in der Nachbarschaft, den Medien, im Internet.

 
Materialheft:
Gliederung 2012
Weitere Informationen:

Astrid Geisler / Christoph Schultheis:
Heile Welten
Rechter Alltag in Deutschland
Carl Hanser Verlag München
ISBN 978-3-446-23578-6