Ein kreativer Einstiegsimpuls als Grundlage zu vertiefter Beschäftigung mit dem Thema Zusammenhalten - Zukunt gewinnen

 

Idee:

10 Akteurinnen und Akteure gestalten die unten beschriebene Performance, die weitgehend ohne Worte auskommt, sodass sie gut von Menschen dargestellt und verstanden wird, die über wenig Deutschkenntnisse verfügen. Die Performance ist bewusst offen gehalten, sodass sie auf die konkrete Situation vor Ort und die Herausforderungen, die sich dort für den Zusammenhalt und den Bau einer gemeinsamen Zukunft stellen, ausgelegt werden kann.

Folgende Elemente der Performance eignen sich zu weitergehender Vertiefung während des Gottesdienstes:

  • Die Klebestreifen: Menschen versuchen ihren Alltag zu bestehen. Tun sie dies eher allein oder gemeinsam? An welchen Stellen verläuft ihr Alltag parallel – wie die Klebestreifen – und wo gibt es Unterschiede?
  • Der Stuhl: Welchen Hürden begegnen wir im Alltag, die wir nicht alleine meistern können?
  • Die schwarz gekleideten Akteure: Was macht Angst im Umgang mit einander? Wo bestehen Vorbehalte? Schlechte Erfahrungen?
  • Die bunt gekleideten Akteure: Was stärkt den Zusammenhalt unter Menschen verschiedener Herkunft? Was hilft Brücken zu bauen?

Die Performance:

Zwei Klebestreifen werden parallel nebeneinander vor dem Altar auf den Boden geklebt (Länge ca. 6 m; Entfernung zwischen den Streifen ca. 1,5 m; ideal ist ein erhöhter Platz).

Zwei Akteure stellen sich vor die Gemeinde. Namensschilder sind in Größe A4 auf ihrer Brust befestigt. Der Name des einen Akteurs klingt typisch deutsch, der andere legt einen Migrationshintergrund nahe. Die Akteure stellen sich auf der gleichen Seite jeder an den Anfang eines Klebestreifens. Beide beginnen auf dem Klebestreifen zu balancieren. Schnell beginnen sie zu schwanken. Sie treten mit einem Fuß neben den Klebestreifen. Daraufhin gehen sie zurück zum Beginn des Klebestreifens und versuchen es erneut. Der Versuch wird 2-mal wiederholt. Beim dritten Mal kommt einer der beiden Akteure gut vorwärts. Als der andere merkt, dass er zurückbleibt, schubst er den anderen von seinem Strich. Beide fangen von vorne an. Diesmal balancieren beide ca. 3 m weit ohne den Klebestreifen zu verlassen. Sie treffen auf ein Hindernis – jeweils ein Stuhl ist über ihren Klebestreifen gestellt. Als die beiden ihr jeweiliges Hindernis erreichen, mimen sie Ratlosigkeit. Sie kratzen sich am Kopf und denken nach. Sie versuchen einen Schritt auf den Stuhl zu machen um diesen zu überwinden. Dabei beginnen sie jedoch wieder zu schwanken und ziehen den Fuß zurück auf den Strich. Auch ein zweiter Versuch bleibt vergeblich. Beide strecken die Arme seitlich aus, um ihre Balance zu verbessern. Dabei berühren sich ihre Hände. Sie fassen sich an den Händen. Gestützt durch die Hand des anderen schaffen sie es auf den Stuhl zu steigen und schauen sich um.
Drei bis vier weitere, schwarz gekleidete Akteure treten auf und laufen um die Stühle. Sie versuchen die auf den Stühlen stehenden Akteure zu erschrecken und deuten an, dass sie sie vom Stuhl stoßen möchten. Diese bekommen Angst. Sie gehen in die Hocke und umklammern ihre Beine. Vier weitere, bunt gekleidete Akteure treten auf und verscheuchen die Schwarzgekleideten. Jeweils zwei von ihnen stellen sich um einen Stuhl und strecken ihre Arme ausgebreitet nach oben. Die auf dem Stuhl Stehenden stützen sich auf die bunt gekleideten Akteure und können so vom Stuhl heruntersteigen, sodass sie auf der anderen Seite als vorher auf dem Strich stehen.

Sie beginnen wieder zu balancieren, legen dabei aber den buntgekleideten Akteure die Arme um die Schultern, sodass eine stabile Reihe aus allen Akteuren entsteht, die sicher zum Ende der Klebestreifen gehen kann. Dort drehen sich alle zur Gemeinde und beenden das Spiel mit einer gemeinsamen Verbeugung.

 
Materialheft:
Gliederung 2011
Schlagworte:
Autorin:
Susanne Haag
Weitere Informationen:

Susanne Haag ist Pfarrerin z.A. im Asylpfarramt Reutlingen.

Kontakt:
Evangelische Kontaktstelle für Aslyarbeit
Planie 17, 72764 Reutlingen,
Tel.: 07121 / 94 86 13
asylpfarramt@kirche-reutlingen.de