Die Lebende Bibliothek: Sprich mit deinen Vorurteilen

 

Die »Lebende Bibliothek« ist eine Veranstaltungsform der besonderen Art. Sie dient der Begegnung und dem Dialog zwischen Menschen, die sich anderswo und anderswie vielleicht niemals begegnet wären. Wie in jeder anderen Bibliothek auch können in der Lebenden Bibliothek Bücher für die Dauer einer Ausleihfrist und zu den Bedingungen einer Bibliotheksordnung entliehen und ›gelesen‹ werden. Der Unterschied ist: In der Lebenden Bibliothek sind die Bücher Menschen, die so genannten »Lebenden Bücher«. Diese gehören Gruppen an, die häufig von Vorurteilen und stereotypen Zuschreibungen betroffen sind. Von diesen Erfahrungen berichten sie und über diese Erfahrungen sprechen sie – in einem vertraulichen Rahmen – mit ihren »Entleiherinnen« und »Entleihern«.

Im Selbstverständnis der Lebenden Bücher geht es in der Lebenden Bibliothek in erster Linie darum, die eigenen Menschenrechte, insbesondere die Rechte von jeglicher Form von Diskriminierung frei zu sein, und das Recht auf gleiche Würde mit den Mitteln des Dialogs zu verteidigen, in die Öffentlichkeit zu gehen und für das eigene Anliegen einzutreten.

Entleiherinnen und Entleiher sowie Lebende Bücher haben von sehr bereichernden Begegnungen und vertieften Einsichten erzählt: »Dialog wird durch den Dialog gefördert. Es wird die Möglichkeit gegeben, ohne Angst und Scheu, Fragen zu stellen und jemanden kennen zu lernen.«/»Wenn es das nicht schon geben würde, müsste es noch erfunden werden.«/»Kommen Sie doch auch an Schulen!!!«.

Langfristig soll die Lebende Bibliothek zu einem soliden ›Werkzeug‹ im Rahmen präventiv ausgerichteter Bildungs- und Projektarbeit reifen und damit einen Beitrag zur Entwicklung einer vorurteilsbewussten und menschenrechtlich orientierten Pädagogik leisten.

 
Materialheft:
Gliederung 2011
Weitere Informationen:

Weitere Informationen:
www.lebende-bibliothek.de.