Die Katholische Kirche im Dialog mit dem Islam – Chancen, Grenzen, Perspektiven

 
P. Dr. Wilfried Dettling SJ - Foto: privat

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2009 sprach P. Dr. Wilfried Dettling SJ, Referent für Interreligiösen Dialog an der Diözesan-Akademie Caritas -Pirckheimer-Haus Nürnberg, am Donnerstag, 01. Oktober 2009, bei der Katholischen Erwachsenenbildung in der Stadt und im Landkreis Bayreuth e.V. Dr. Wolfgang Stahl, der Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Bayreuth, konnte bei dieser Veranstaltungim Bayreuther Schlossturmsaal 48 christliche und muslimische Teilnehmer begrüßen. Cansu Eser umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Ob Kopftuch, Moscheebau oder islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, das Thema »Islam«, so P. Dettling, bewegt Menschen in Kirche und Gesellschaft. Nicht selten polarisiert es, auf jeden Fall fordert es zur Stellungnahme heraus.

In seinem Vortrag ging der Nürnberger Jesuit folgenden Fragen nach: Wie sieht die Katholische Kirche die Religion des Islam? Wie positioniert sie sich im Dialog mit den Muslimen? Wo liegen die Chancen, wo die Grenzen des christlich islamischen Dialogs? Und was sind dabei die theologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen und Perspektiven, vor denen wir stehen?

Das grundlegende Dokument der Katholischen Kirche zum christlich islamischen Dialog ist »Nostra aeta«. Dieses Dokument wurde von den Vätern des II. Vatikanischen Konzils am 28. Oktober 1965 verabschiedet. In diesem Dokument sagt das Konzil feierlich, dass es in den verschiedenen Religionen »Wahres« und »Heiliges« gebe und dass es selbst die konkreten Formen und Lehren dieser Religionen mit aufrichtigem Ernst betrachte. Im Artikel 3 von »Nostra aetate« spricht das Konzil voll Hochachtung vom Islam:

»Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den sich der islamische Glaube gerne beruft … Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.« (Nostra aetate 3)

Weiter ruft das Konzil in dieser Erklärung dazu auf, das Vergangene beiseite zu lassen und sich in Zukunft zu verstehen und zusammenzuarbeiten:

»Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.« (Nostra aetate 3)

Mit dieser Erklärung des II. Vatikanischen Konzils so P. Wilfried Dettling SJ stelle sich die Frage, ob die Katholische Kirche mit dem Islam in einen Dialog eintreten solle oder nicht, nicht mehr. Es geht nicht, so Dettling, um das »ob«, sondern um das »wie« des Dialogs zwischen den beiden Religionen. Das »wie« des christlich-muslimischen Dialogs muss bestimmt sein vom Gedanken des Schutzes und der Förderung der sozialen Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.

Die Grenzen des christlich-islamischen Dialogs sieht Dettling in einigen theologischen Fragen. In erster Linie geht es dabei um die Gottesvorstellung und das unterschiedliche Verständnis von Jesus.

 
Materialheft:
Gliederung 2010
Autor:
Dr. Wolfgang Stahl
Weitere Informationen:

P. Dr. Wilfried Dettling SJ ist Referent für Interreligiösen Dialog an der DiözesanAkademie Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg.

Kontakt:
Caritas-Pirckheimer-Haus
Königstraße 64
90402 Nürnberg
Tel.: 0911 / 23 46-0
akademie@cph-nuernberg.de
www.cph-nuernberg.de

Dr. Wolfgang Stahl ist Geschäftsführer der KEB – Katholische Erwachsenenbildung in der Stadt Bayreuth e.V.

Kontakt:
KEB – Katholische Erwachsenenbildung in der Stadt Bayreuth e.V. Maximilian-Kolbe-Haus
Schulstr. 26
95444 Bayreuth
Tel.: 0921 / 848 68
keb-bayreuth@t-online.de
www.keb-stadt-bayreuth.de