Grusswort der Europäischen Kommission

 
Die Bedeutung der Interkulturellen Woche 2010 im Rahmen des Europäischen Jahrs zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
Credit (C) European Union, 2009

Seit über einem halben Jahrhundert bringt die Europäische Union ihren Bürgerinnen und Bürgern Frieden sowie wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt – und dies in einer sonst eher unbeständigen Welt. Stellt man sich die Frage, was die Einzigartigkeit dieses Gefüges ausmacht, darf man die Bedeutung des europäischen Sozial- und Wirtschaftsmodells nicht unterbewerten. Die gemeinsame Vision, dass sich Wirtschaftswachstum und allgemeines Wohlergehen gegenseitig verstärken, ist grundlegend für unser Prinzip der Solidarität, des sozialen Zusammenhalts und des interkulturellen Dialogs.

Schon vor Ausbruch der Wirtschaftskrise zählten Armut und soziale Ausgrenzung zu den großen Herausforderungen all derjenigen, die dagegen ankämpfen – seien es Regierungen, Sozialpartner oder die Zivilgesellschaft. Angesichts der 84 Millionen Menschen, die in der Europäischen Union bereits vor dem Abschwung von Armut bedroht waren, erwiesen sich die politischen Maßnahmen und die europäischen Sozialschutzsysteme als wichtige Instrumente zur Eindämmung der schwerwiegendsten Folgen der Krise. Die Markterholung wird Zeit brauchen, und »die soziale Dimension«, wie Präsident Barroso sagte, »muss in Europa auf allen Ebenen der Beschlussfassung stärker einbezogen werden.«

Das übergeordnete Ziel der Strategie »Europa 2020« wird den entsprechenden langfristigen Überlegungen gerecht: Es soll eine soziale Marktwirtschaft gefördert werden, die grüner und wettbewerbsfähiger ist sowie stärker auf die Gleichstellung der Geschlechter und – last, not least – auf die soziale Inklusion abzielt. Der Präsident des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, betonte, dass die Armutsbekämpfung im europäischen Sozial- und Wirtschaftsmodell von zentraler Bedeutung und somit selbstverständlich in der Strategie »Europa 2020« verankert ist. Ein gerechteres Europa, in dem alle in Würde leben und in vollem Umfang an der Gesellschaft teilhaben können, muss auf einer engen Einbindung der Interessenträger und auf einer breiten Zustimmung fußen; diese beiden Voraussetzungen sind entscheidend dafür, dass die Ziele der Strategie »Europa 2020« erreicht werden.

Gleichzeitig wird die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung mit dem Europäischen Jahr 2010 ganz oben auf die politische Tagesordnung gesetzt, und zwar auf sämtlichen Ebenen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen. Zudem wird in diesem Zusammenhang hervorgehoben, dass der Schlüssel zum Erfolg darin liegt, dass die Ziele von allen Teilen der Gesellschaft getragen werden: Zivilgesellschaft, Menschen, die selbst unter Armut und Ausgrenzung leiden, lokale und regionale Behörden, Dienstleister und Sozialpartner. Im Rahmen des Europäischen Jahres 2010 werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um uns immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass der Kampf gegen die Armut in unser aller Verantwortung liegt.

Die Interkulturelle Woche, die in Deutschland von den kirchlichen Gemeinschaften, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft organisiert wird, findet seit vielen Jahren statt, und ihr kommt eine bedeutende Rolle dabei zu, die EU-Grundsätze des allgemeinen Wohlergehens und des sozialen Zusammenhalts zu verwirklichen. Als Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Inklusion begrüße und unterstütze ich diese Initiative.

Angehörige aller Gesellschaftsschichten ermutigen, ihre Nachbarn zu treffen und sich darum zu bemühen, die Vielfalt zu verstehen und zu teilen, die sich hinter den verschiedenen kulturellen Ausdrucksformen verbirgt – dies kann tatsächlich den Zusammenhalt nur stärken und für alle eine positive Erfahrung sein. Die Förderung der Chancengleichheit, die Achtung der Vielfalt und die Nichtdiskriminierung sind Eckpunkte einer integrativen Gesellschaft mit einem hohen Lebensstandard für jeden Einzelnen.

Um all die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, die wir uns bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gesetzt haben, müssen wir noch viele Herausforderungen bestehen, doch wir sind überzeugt, dass durch Bündelung unserer Kräfte herausragende Ergebnisse erzielt werden können!

Zusätzliche Bilder
 
Materialheft:
Gliederung 2010
Weitere Informationen:

László Andor
Europäische Kommission, Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Inklusion