FILM Ein Sommer in New York – The Visitor

 

Nach dem Tod seiner Frau verstärkt sich für den Professor Walter Vale das Gefühl von Resignation und Leere. Als er nach einer Präsentation in New York seine Zweitwohnung aufsucht, wird er von einer Senegalesin und einem Syrer überrascht, die offensichtlich seit einiger Zeit hier wohnen. Beide halten sich illegal in den USA auf. Als das Missverständnis aufgeklärt ist und die beiden ausziehen wollen, bittet er sie zu bleiben. Langsam entwickelt Walter ein Interesse für das Trommelspiel. Wegen einer kleinen Ordnungswidrigkeit wird Tarek von der Polizei verhaftet und in Abschiebehaft genommen. Walter versucht ihm zu helfen. Doch seine ohnmächtige Anklage gegen eine gleichgültige Bürokratie bleibt ohne Wirkung. Als Tareks Mutter zu Besuch kommt, nimmt er sie bei sich auf. Zwischen beiden entwickelt sich eine Nähe, die Walter aus seiner emotionalen Erstarrung befreit. Urbane Beziehungslosigkeit und multikulturelles Miteinander sind Lebenserfahrungen, die beispielhaft mit dem Mythos von New York verknüpft sind. Der Film erzählt hoffnungsvoll von den Möglichkeiten, die in der Begegnung verschiedener Kulturen liegen, ohne soziale Härte und politische Hindernisse zu verschweigen. Die Musik wird zur Brücke, die neues Hören und Empfinden eröffnet. Richard Jenkins verkörpert als Walter Vale die Sehnsucht nach einem lebendigen, offenen Austausch mit den Fremden. Ihr Schutz und ihr Recht sind dafür eine unabdingbare Voraussetzung.

Regie: Tom McCarthy
Drehbuch: Tom McCarthy
USA 2007

 
Materialheft:
Gliederung 2010
Schlagworte:
Weitere Informationen:

Film des Monats der Jury der Evangelischen Filmarbeit, Januar 2010