2010 – Jahr der Europäischen Kirchen zu Migration

 

Die Konferenz europäischer Kirchen (KEK) und die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) haben 2010 zum Jahr der Europäischen Kirchen zu Migration erklärt.

Ziele des Jahres der Europäischen Kirchen zu Migration 2010

Das Jahr der Europäischen Kirchen zu Migration 2010 soll das Engagement der Kirchen für Fremde deutlich sichtbar machen, das in der biblischen Botschaft begründet ist, die die Würde jedes Menschen verbürgt. Damit treten die Kirchen für eine inklusive Politik für Migranten, Flüchtlinge und ethnische Minderheiten auf europäischer und nationaler Ebene ein.

Kirchen sollen ermutigt werden, ihre Arbeit mit und für Migranten, Flüchtlinge und ethnische Minderheiten zu verstärken und zu erweitern. Zugleich sollen durch gemeinsame Aktivitäten mit CCME/KEK, bestehende Programme gegenüber Regierungen und politischen Institutionen, aber auch gegenüber der Gesellschaft im Allgemeinen, hervorgehoben und die Notwendigkeit einer Politik unterstrichen werden, die Migranten, Flüchtlinge und ethnische Minderheiten einbezieht und das Potential anerkennt, das in der Vielfalt in einer Gesellschaft für mehr Gerechtigkeit, mehr Solidarität und Gleichheit liegt, und die die Teilnahme am gesellschaftlichen und sozialen Leben fördert.

Die Würde eines jeden Menschen, als Ebenbild Gottes geschaffen, ob Migrant, Flüchtling oder Angehörige alter oder neuer ethnischer Minderheiten, soll in allen Aktivitäten hervorgehoben werden.

Indem kirchliche Ansichten und Positionen, in Wort und Tat, sichtbar gemacht werden, soll der gemeinsame Einsatz der Kirchen für eine Gesellschaft, die Migranten, Flüchtlinge und ethnische Minderheiten stärker einbezieht, unterstrichen werden. Zugleich sollen auch Ängste in der Gesellschaft angesprochen, aber auch die positive Seiten der Migration betont werden.

Auf politischer Ebene sollen die Rechte von Migranten und die Verantwortung für wirksame Programme zur Aufnahme von Migranten und Flüchtlinge gestärkt und Begegnungen und Beteiligung sollen hervorgehoben werden.

Ein mittelfristiges Ziel ist das Recht von Migranten und Flüchtlingen auf eine unbefristete Aufenthaltsberechtigung nach fünf Jahren legalen Aufenthalts, ungeachtet der Gründe ihres Aufenthalts.

Aktivitäten

In jedem Monat des Jahres 2010 steht ein spezifischer Aspekt von Migration im Mittelpunkt, z.B. Juni 2010 mit dem »Internationalen Tag des Flüchtlings« soll Flüchtlingsfragen gewidmet sein, aber auch die Initiative zu einem europaweiten Gedenktag für die Menschen aufgegriffen werden, die auf dem Weg nach Europa an den Grenzen sterben; Oktober mit dem »EU Tag gegen Menschenhandel« wird der Kampf gegen Menschenhandel im Zentrum stehen, der »Internationale Tag der Migranten« im Dezember wird den Fokus dieses Monats auf Rechte von Migranten legen. Da die Internationale Konvention für die Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen in diesem Jahr 20 Jahre wird, kann auch der internationale Rechtsrahmen thematisiert werden.

Ein Kalender mit den Schwerpunktthemen ist auf der website www.migra tion2010.eu in Englisch und Deutsch erhältlich. Die Webseite wurde eigens für das Jahr der Europäischen Kirchen zu Migration 2010 erstellt; dort gibt es Informationen über die Aktivitäten.

Das Jahr hat gut begonnen: In Budapest wurde das Jahr der europäischen Kirchen zu Migration offiziell eröffnet. In Rumänien nahm Patriarch Daniel von der Orthodoxen Kirche die Migrationsfragen in seine Neujahrsansprache auf, in Österreich Bischof Michal Bünker von der Evangelisch Lutherischen Kirche. Von Finnland bis Griechenland, von Frankreich bis in die Türkei gibt es unterschiedliche Aktivitäten der Kirchen. Synoden und Räte der Kirchen haben sich mit Migration und Flucht befasst und Gemeinden zur Mitarbeit ermutigt. Es werden gemeinsame Gottesdienste mit Migrationskirchen und -gemeinden gefeiert, Fragen von Rassismus, Ausgrenzung, Flüchtlingsschutz besprochen.

Die KEK und die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa verbinden mit den vielen verschiedenen Aktivitäten des Jahres die Hoffnung, dass wir in Europa auf dem gemeinsamen Weg zu inklusiveren Gesellschaften ein gutes Stück voran kommen und Migrantinnen und Migranten, Flüchtlinge und ethnische Minderheiten nicht mehr als Problem, sondern als Chance für eine gemeinsame Zukunft gesehen werden.

 
Materialheft:
Gliederung 2010
Schlagworte:
Autorin:
Doris Peschke
Weitere Informationen:

Doris Peschke ist Generalsekretärin der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME).

Kontakt:
Kommission der Kirchen für Migranten in Europa
174, Rue Joseph II
B-1000 Brussels
info@ccme.be
www.ccme.be

Weitere Informationen:
www.migration2010.eu