Laut der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" hat Krajewski, der den Titel eines Päpstlichen Almoseniers (Almosengebers) trägt, die Geretteten im Aufnahmezentrum von Lampedusa besucht und lange mit ihnen gesprochen. Dabei versicherte er sie der tiefen Anteilnahme und Nähe von Papst Franziskus, der für die Opfer bete. Zudem sicherte er den Menschen konkrete kirchliche Hilfen zu.

Nach Behördenangaben wurden bislang mehr als 180 Tote geborgen. Es besteht kaum noch Hoffnung, dass unter den rund 100 noch vermissten Bootsflüchtlingen noch Überlebende sind. Die meisten von ihnen werden in dem Wrack des Schiffes in 47 Meter Tiefe vermutet, das am Donnerstag kurz vor der Küste in Brand geriet und sank. An Bord waren rund 500 Menschen. Starker Seegang erschwert die Bergung.

Papst: Unglück ist eine "Schande"

Bereits kurz nach dem Unglück hatte Papst Franziskus zum Gebet für die Opfer aufgerufen. Wörtlich nannte er die Katastrophe eine "Schande". Weiter sagte er: "Wenn wir von Frieden und einer unmenschlichen Weltwirtschaftskrise sprechen, die ein Symptom für fehlenden Respekt gegenüber dem Menschen ist, dürfen wir die vielen Opfer des erneuten Schiffsunglücks heute im Meer vor Lampedusa nicht vergessen", sagte der Papst bei einer Audienz am Donnerstag. "Vereinen wir unsere Anstrengungen, damit sich solche Tragödien nicht wiederholen. Nur eine entschlossene Zusammenarbeit aller kann zur Vorbeugung beitragen", so Franziskus weiter.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hatte die EU aufgefordert , Konsequenzen aus der Katastrophe zu ziehen. "Stärker als bisher muss sich die EU nicht nur der Sicherheit der Außengrenzen, sondern auch der Sicherheit von Flüchtlingen verpflichtet wissen", erklärte er in Bonn.

Die Frage des politischen Asyls müsse im Einzelfall geklärt werden. "Aber die Menschlichkeit gebietet, alles Erforderliche zu tun, um Todesfälle auf dem Meer zu verhindern und ankommende Flüchtlinge mit Würde zu behandeln."

Ähnlich äußerte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. Er sprach von einer "Schande" für Europa. "Wir müssen dringend unsere Hilfe verstärken und die Lasten fair verteilen", sagte er. Die europäische Küstenwache müsse die Verpflichtung bekommen, Flüchtlinge in Seenot zu retten. (meu/KNA)