„Gemeinsam evangelisch!“ EKD-Text fordert Ökumene auf Augenhöhe mit Migrationskirchen

 

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat dazu aufgerufen, stärker auf Christen und Gemeinden anderer Sprache und Herkunft zuzugehen. In einem heute in Hannover veröffentlichten Text mit dem Titel „Gemeinsam evangelisch!“ plädiert die EKD dafür, die Trennung zwischen „einheimischen“ und „zugewanderten“ Christen zu überwinden. Ungeachtet aller Unterschiede seien Christen hineingetauft in eine weltweite Gemeinschaft, in der jede politische, geographische und kulturelle Zuordnung aufgehoben sei, heißt es in dem als „EKD-Texte 119“ veröffentlichten Text. Eine vom Rat der EKD eingesetzte Ad-hoc-Kommission hat diese Überlegungen in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet. Alle Christen seien Fremde und Heimatlose in dieser Welt, aber zugleich „Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen“ (Eph 2,19).

Die Zahl von Christen anderer Sprache und Herkunft in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Aufgrund der aktuellen Fluchtbewegungen wird dieser Trend auf absehbare Zeit anhalten. Zehntausende evangelische Migranten überwiegend aus Afrika und Asien feiern jeden Sonntag Gottesdienst in unmittelbarer Nähe von evangelischen Kirchengemeinden. Die meisten stammen aus Ländern, in denen die Kirchen lebendig sind und beständig wachsen. Hierzulande bilden sich vor allem in den großen Ballungsräumen zahlreichen Gemeinden anderer Sprache und Herkunft, deren Zugehörigkeit zu einer Gemeinde vorrangig kulturell, ethnisch oder sprachlich definiert werde, analysiert der EKD-Text. Es komme verstärkt darauf an, in ihnen Geschwister im Glauben zu sehen. Im Vorwort heißt es darum: Wo immer evangelische Christen unterschiedlicher Herkunft in Deutschland gemeinsam Kirche gestalten, diene dies der Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses und sei „ein wichtiges Signal für die Chancen des Zusammenlebens in einer multikulturellen Gesellschaft“.

Der Text benennt Chancen und Möglichkeiten, die sich aus einer engeren Zusammenarbeit zwischen Gemeinden der EKD-Gliedkirchen und Gemeinden anderer Sprache und Herkunft ergeben können, und gibt Empfehlungen für erste Schritte etwa für inklusive Gemeindemodelle, für gemeinsame theologische Arbeit sowie für die Gewinnung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und Geistlichen.

Einzelexemplare des Textes „Gemeinsam evangelisch! Erfahrungen, theologische Orientierungen und Perspektiven für die Arbeit mit Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“ können kostenlos angefordert werden bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Telefon 0511-2796-0, versand@ekd.de. Im Internet steht der Text unter www.ekd.de/ekd-texte zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Hannover, den 9. Dezember 2014

Pressestelle der EKD

Carsten Splitt

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