Flüchtlingen einen Platz in unserer Gesellschaft geben

 

Berlin, 11.12.2014: „Menschen, die vor Krieg und Vertreibung nach Deutschland fliehen, brauchen unsere Unterstützung“, sagt Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich des heutigen Treffens von Bund und Ländern im Kanzleramt.

"Dies gilt in besonderer Weise für Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern und Angehörige nach Deutschland geflohen sind. Sie brauchen unseren besonderen Schutz und unsere Fürsorge."

Doch gerade bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zeige sich immer wieder, dass deren besonderem Schutzbedürfnis von Seiten der Behörden nicht angemessen entsprochen wird. "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben in ihrem Heimatland und auf der Flucht häufig Gewalt oder Verfolgung erlebt und sind davon traumatisiert. Es ist unsere Pflicht, bei der Aufnahme und Unterbringung dieser jungen Menschen deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen", fordert Neher. Die aktuellen Überlegungen zur Verteilung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge würden bedeuten, dass diese in kurzer Zeit mehrfach den Ort wechseln müssten. Dies wäre eine zusätzliche Belastung dieser oft traumatisierten Kinder und Jugendlichen und sicher der falsche Weg.

Angesichts der vielen Krisen und kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt werde in den kommenden Jahren die Zahl der Flüchtlinge nicht abnehmen. Darauf müssten sich die Europäische Union und Deutschland einstellen. "In aktuellen Debatten entsteht oft der Eindruck, als sei die Aufnahmekapazität in unserem Land erreicht. Wenn wir uns aber an die Zahl der Asylsuchenden Anfang der 1990iger Jahre erinnern, zeigt sich, dass dies noch lange nicht der Fall ist", betont Neher. So haben 1992 fast doppelt so viele Menschen einen Asylantrag in Deutschland gestellt wie im Jahr 2014.

"Eine große Stärke in unserem Land sind die vielen Bürger, die großes Verständnis für die Situation von Flüchtlingen haben und sich in vielfältiger Weise für diese engagieren", so Neher. Dieses Engagement gilt es zu fördern. "Die Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene muss nun gemeinsam mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren aktiv dazu beitragen, dass Flüchtlinge einen Platz in unserer Gesellschaft finden."

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