Diakonie: Klare Perspektiven und Hilfen für Flüchtlinge schaffen Sicherheit

 

06.01.2018, Diakonie, Berlin: Zum Beginn der Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD bekräftigt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, die Forderungen nach gesellschaftlicher Teilhabe von Geflüchteten.

"Wer alles aufgibt und sein Leben riskiert um nach Europa zu gelangen, hat schwerwiegende Gründe. Das gilt für unbegleitete Minderjährige, für junge Männer und  Familien in gleicher Weise. Wer dann völlig chancenlos bleibt, ohne soziale und rechtliche Unterstützung oder  fern der eigenen Familie, kann schnell aus einer Ausweglosigkeit in einen kriminellen Strudel geraten", so Loheide. 

"Was die Menschen brauchen, ist eine klare Perspektive: Wenn eine Rückkehr kurzfristig nicht möglich ist, muss ein stabiler Aufenthaltstitel mit Zugang zum  Arbeitsmarkt gewährt werden. Die Wohnpflicht in Gemeinschaftsunterkünften muss wieder auf max. sechs Monate beschränkt und die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte sofort beendet werden. Die unabhängige und unentgeltliche Rechtsberatung für Asylbewerber sollte unbedingt umgesetzt werden", formulierte Loheide die Erwartungen der Diakonie an die kommenden Sondierungsgespräche.

Zudem fordert die Diakonie  bessere Unterstützungs- und Beratungsangebote insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Dies ist nicht nur menschenrechtlich geboten, sondern auch unter dem Aspekt der Kriminalprävention sinnvoll:  Das jüngste Gutachten des Kriminalwissenschaftlers Christian Pfeiffer belege eindrucksvoll, dass fehlende Teilhabe und Versäumnisse bei der Prävention auch zu Gefährdungen für die Aufnahmegesellschaft führen können, unterstreicht Loheide.

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Datum:
06.01.2018
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