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Aktuelles

Die Jury der Aktion Unwort des Jahres hat für 2020 erstmals ein "Unwort-Paar" gewählt: "Rückführungs-patenschaften" und "Corona-Diktatur". Damit will die Jury erneut verdeutlichen, dass die Wahl keineswegs als Zensurversuch zu verstehen ist, wie ihr gelegentlich unterstellt wurde, sondern als Anlass zur Diskussion über den öffentlichen Sprachgebrauch und seine Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben. 2020 gab es über 1800 Einsendungen.

Religiöse und weltanschauliche Vielfalt sind längst Realität in Deutschlands pluraler Gesellschaft. Religionsfreiheit ist ein zentrales Grundrecht unserer Verfassung. Ausgewiesene Fachleute sowie Praktiker*innen beleuchten im aktuellen Dossier Religiöse Vielfalt. Wege zu einer gleichberechtigten Teilhabe der Heinrich-Böll-Stiftung die gesellschaftspolitischen Dimensionen und Konfliktlinien von Religion im vielfältigen Deutschland.

Als empörend und absolut unzureichend kritisiert PRO ASYL-Geschäftsführer Günter Burkhardt das Nichthandeln der Europäischen Union und der EU-Staaten angesichts der katastrophalen Zustände in den Lagern für Geflüchtete in Bosnien: "Wir erleben ein Totalversagen der Europäischen Union und der EU-Mitgliedsstaaten. Kroatien prügelt die Schutzsuchenden an der EU-Grenze zurück, die gesamte EU schaut tatenlos zu."

Wohnen und Wohnungsnot gehören zu den Themen, die im Rahmen der Interkulturellen Woche behandelt werden können. Denn zwei Milliarden Menschen weltweit haben keine angemessene Wohnung. Die neue Publikation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter dem Titel "Ein Ort zum Leben – Menschenrechte und Wohnen" ist ein guter Einstieg und informiert in kurzen, leicht verständlichen Texten über verschiedene Aspekte des Themas.

"Natürlich haben sich Diskriminierungserscheinungen gehalten. Rassismus hat sich gehalten, aber wir sind ein stärkerer Teil dieser Gesellschaft geworden." Das sagt Hiltrud Stöcker-Zafari, die 40 Jahre im Verband binationaler Familien und Partnerschaften aktiv war, die letzten zehn Jahre als Geschäftsführerin. Jetzt geht sie in den Ruhestand. Ein Interview zu Menschenrechten, Selbstverständlichkeiten und letzten Fragen.

Der Deutsche Jugendfilmpreis lädt junge Filmemacher*innen zum Mitmachen ein und rückt das Thema „Rassismus“ in den Fokus. Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert von 12.000 Euro – und die Teilnahme an einem großen Filmfestival. Gesucht werden Beiträge, die sich kritisch mit Ausgrenzung, Benachteiligung und Diskriminierung befassen und den Stolz auf die eigene Identität feiern. Einsendeschluss ist der 15. Januar 2021.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Hefteinträge

Das Grußwort wurde verlesen von Beate Sträter, der stellvertretenden Vorsitzenden des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche. Foto: Blatt / ÖVA
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

"Eine Gesellschaft, die sich von den Werten entfernt, auf denen sie aufgebaut ist, kann nicht lange Bestand haben. Gemeinsam gegen den Hass anzugehen und den Hetzern mit Bestimmtheit und dem Selbstbewusstsein der Demokraten entgegenzutreten, ist die Aufgabe unserer Zeit." - Grußwort von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, zum IKW-Auftakt.

Tag des Flüchtlings im Rahmen der IKW

Mit der Gründung von PRO ASYL im Jahr 1986 wurde auch der Tag des Flüchtlings ins Leben gerufen, der seitdem integraler Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Er findet immer am Freitag der Aktionswoche statt – 2020 ist der Termin der 2. Oktober. Der Aktionstag bietet die Gelegenheit, noch einmal besonders auf die Themen, Flucht, Asyl, Migration und Seenotrettung aufmerksam zu machen.

Junge Freiwillige desinfizieren die Straßen in einem überwiegend von Roma bewohnten Viertel der bulgarischen Stadt Varna.
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

In Zeiten der Corona-Pandemie tritt der allgegenwärtige Antiziganismus in Europa ganz besonders deutlich zutage. Wieder einmal werden Sinti und Roma pauschal diskriminiert, werden Angehörige der Minderheit als Seuchenträger ins Visier genommen und diffamiert, auch von staatlicher Seite. Solche Mechanismen sind nicht neu, vielmehr gab es sie schon vor Jahrhunderten, wie ein Blick in die Geschichte verrät.

Die EMRK wurde am 4. November 1950 in Rom von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verkörpert die Idee eines Europa der Menschenrechte. Was das Dokument wert ist und ob die große Idee Gültigkeit hat, lässt sich im Jahr 2020 jeden Tag an den europäischen Außengrenzen messen. Dort herrscht eine Realität für geflüchtete Menschen, die sich mit Not, Verzweiflung und Entrechtung umschreiben lässt.

Das International Welcome Center in Heidelberg.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die städtische Ausländerbehörde unter einem Dach mit dem Interkulturellen Zentrum – was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, ist in Heidelberg seit über drei Jahren Realität. Dort eröffnete im Dezember 2016 in Gebäuden einer rehemaligen Tabakfabrik das "International Welcome Center" (IWC). Damit wurde eine deutschlandweit einmalige Institution geschaffen.

Videos

Video-Übersicht

Für die dritte Folge unserer Reihe "Interkulturelle Woche vor Ort" haben wir die Moderatorin Mo Asumang und die Lehrerin Zara Demet Altan bei einem Gespräch über Rassismus, Migration und Flucht begleitet. Asumang hat sich in ihrem Film Die Arier Begegnungen mit Rechten ausgesetzt, Demet Altan hat gemeinsam mit ihren Schüler*innen den Film "Frühlingskinder" umgesetzt.

Die zweite Folge unserer Video-Reihe "Interkulturelle Woche vor Ort" führt uns in die Bundeshauptstadt und dreht sich um die Frage "Wie funktioniert interkulturelle Begegnung?" Auf einer spannenden Tour durch zwei Berliner Viertel diskutieren die Journalistin Esra Karakaya und der Moderator Tarik Tesfu ihre Erfahrungen mit dem interkulturellen Zusammenleben.

Der Gesprächskreises „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) bezieht mit der Erklärung Nein zu Hass und Hetze - Christen und Muslime gemeinsam gegen Islamfeindlichkeit Position zu antimuslimischer Diskriminierung, Rassismus, Hetze und Hass. In einem Video stellen Mitglieder des Gesprächskreises die wesentlichen Punkte vor.

Good Practice

Der fertige Film wurde auf einer Leinwand an verschiedenen Orten in der Stadt gezeigt. Foto: Stadt Wolfsburg

Zur Interkulturellen Woche 2020 präsentierten das Integrationsreferat und die Jugendförderung der Stadt Wolfsburg eine gemeinsame Aktion: Über 60 Wolfsburger*innen gaben kurze Video-Statements in unterschiedlichen Sprachen ab, in denen sie den Satz "Gemeinsam in Wolfsburg leben heißt für mich…" mit eigenen Worten vervollständigten.

Für die Gottesmenschenkinder in Kara Tepe, in Lipa und den anderen Lagern an den europäischen Außengrenzen hat EKD-Oberkirchenrätin  Sabine Dreßler ein Gebet verfasst. Insbesondere in Lipa besteht durch Minusgrade akute Gefahr für mehrere hundert Menschen, die sich in dem aufgegebenen, ausgebrannten Lager südöstlich von Bihać befinden.

Doud Afara betreibt einen Orientmarkt. Sie kam 2015 mit ihrer Familie aus Syrien nach Cuxhaven. Fotos: Caritas

Im Rahmen der Interkulturellen Woche fand in Cuxhaven die Veranstaltung "Streifzug durch die migrantische Unternehmenslandschaft Cuxhavens" statt. Dabei wurden vier Unternehmer*innen mit ganz unterschiedlichen Biografien vorgestellt und berichteten über ihren langen Weg zum Erfolg.

Das Treffen fand im Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen statt. Foto: E. T. Müller / Medienbüro Burgbrohl

Der Fokus der Interkulturellen Woche 2020 in Mayen lag auf dem Thema "(Alltags-)Rassismus & Diskriminierung". Dazu fand im Oktober ein Corona-konformes Austauschtreffen im Mehrgenerationenhaus St. Matthias statt. Dort traf sich eine bunt gemischte Gruppe, darunter auch von Rassismus Betroffene.

Im Stück "Mauerrisse" geht es um Barrieren - physische und psychische. Foto: Teatro Due Mondi

Das Teatro Due Mondi wurde 1979 als freie Theatergruppe in Faenza/Italien gegründet. Es kann 2021 im Rahmen der Interkulturellen Woche für Auftritte in Deutschland gebucht werden. Dafür bietet das Theater das Straßen-Stück mit Workshop (optional) "Mauerrisse" und die theaterpädagogische Fortbildung "Giving Voice" an.

Mit einem Stück, das den Lynchmord an einer afghanischen Studentin re-inszeniert, treten die Künstler erstmals nach dem traumatischen Anschlag wieder gemeinsam auf. © Brot und Zwiebel

Kabul, 11. Dezember 2014. Bei der Premiere eines Theaterstücks über Selbstmordanschläge sprengt sich ein 17 Jahre alter Junge in die Luft. Manche Zuschauer klatschen zunächst – sie halten die Explosion für eine besonders realistische Inszenierung. Erst als Panik ausbricht, verstehen sie, was passiert ist. TRUE WARRIORS erzählt ihre Geschichte.