Predigt zur bundesweiten Eröffnung der IKW, 18.09.2017, Offenbach am Main

 
©interkulturellewoche.de

"Da sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen, der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der kommenden Welt das ewige Leben. Lukas 18,28-30

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,
wir eröffnen die „Interkulturelle Woche“ in diesem Jahr in einer politisch sehr angespannten Zeit. Am kommenden Sonntag wird ein neuer Bundestag gewählt. Die Situation der Flüchtlinge, die Flüchtlingspolitik, Migration und Integration, kulturelle und religiöse Vielfalt sind Themen in den Wahlprogrammen der Parteien und im Wahlkampf. Und leider ist es so, dass es meistens – so ist jedenfalls mein Eindruck – darum geht, wie „gesichert“,
„abgewehrt“, „verhindert“ werden kann. Gefragt wird: Wie können Außengrenzen „gesichert“ werden?, Wie können Menschen auf der Flucht „abgewehrt“ werden?, Wie kann Migration „verhindert“ werden? Und manchmal wird dies auch begleitet davon, dass gefragt wird: Wie kann Identität gesichert werden? Wie kann weitere Vielfalt reduziert werden? Dass der Wahlkampf und Diskussionen so geführt werden, ist zweifellos ein Erfolg derer, die „Nation“,
„Identität“, „Sicherheit“ neu zum Thema gemacht haben – oft mit sehr populistischen Verzerrungen.

Wer Worte wie die hört, die ich gerade als Predigttext gelesen habe, begegnet einer ganz anderen Botschaft und Perspektive. Es geht um die Botschaft vom Reich Gottes. Es geht darum, worum wir bitten, wenn wir beten: „Dein Reich komme“. Was ist das für eine Bitte? Sie nimmt auf, dass Jesus verkündigt hat: Gottes Reich ist nah. Und sein Reich – das ist Recht und Gerechtigkeit, das ist Frieden für alle Menschen. Gottes Reich – das ist etwas,
was hier mitten unter uns begonnen hat, immer wieder spürbar wird und das darum ein Ziel menschlichen Lebens ist: jetzt und hier und in Ewigkeit...

Die gesamte Predigt des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, von Pfarrer Dr. Dr. h. c. Volker Jung, können sie sich hier als PDF herunterladen.

 
Jahr:
2017
Autor:
Pfarrer Dr. Dr. h. c. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
Weitere Informationen:

Der Auftaktgottesdienst fand am 18.9.2017, ab 18 Uhr in der Katholischen Kirche Hl. Dreifaltigkeit, Obere Grenzstr. 125, 63071 Offenbach am Main statt.
Mitwirkende waren:
* Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (Predigt),
* Generalvikar Weihbischof Dr. Udo M. Bentz, Bistum Mainz
* Erzpriester Dr. Georgios Basioudis, Griechisch-Orthodoxe Metropolie
* Vertreter*innen verschiedene Gemeinden Offenbachs
* ein Chor
* die Theatergruppe "Zwischenraum" der Theodor-Heuss-Schule

V.: Ökumenischer Arbeitskreis für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
in Kooperation mit dem Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche