Leitfaden: Bürgerdialoge zur Flüchtlingssituation

 
Foto: S. Figueiredo

In diesem Leitfaden für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in den Kommunen sind gute Gründe für Bürgerdialoge versammelt. Das Veranstaltungsformat wird darin Schritt für Schritt vorgestellt, um eine effektive Planung und Umsetzung zu unterstützen.

Fast überall sprechen Menschen derzeit über die Flüchtlingssituation. Am Kaffeetisch mit der Familie, mit den Kolleg/innen im Betrieb, im Verein mit Bekannten und nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken werden Meinungen ausgetauscht. Viele setzen sich für einen humanitären Umgang mit Geflüchteten ein, viele lehnen die Aufnahme von (mehr) Schutzsuchenden ab oder sind skeptisch, ob die Integration gelingen kann.

Auf vielen Seiten aber fehlt häufig konkretes Wissen, zum Beispiel über die Zahl der Zu- und Abwanderung von Geflüchteten, ihre Unterbringung, den Leistungsbezug und Arbeitszugang, die Aufnahme in Kindertagesstätten und Schulen oder die Gesundheitsversorgung.

Die Folge: Ohne Wissen um die tatsächlichen Gegebenheiten geraten selbst aufgeschlossene Menschen schnell an die Grenzen ihrer Argumentationsfähigkeit. Fehlende Informationen bereiten den Boden für Gerüchte und Unwahrheiten, die Verunsicherung und Ängste in der Bevölkerung schüren. Die organisierte extreme Rechte kann diese Stimmungen gezielt verstärken. Und solange die Mehrheit schweigt, können gewaltbereite Flüchtlingsgegner scheinbar in ihrem Namen zur Tat schreiten. Dieser Situation kann und muss vor Ort, in den Städten, Gemeinden und Landkreisen, begegnet werden.

In der Verantwortung stehen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Sie können für Information und Dialog sorgen. Setzen Sie Fakten gegen Gerüchte, stärken Sie diejenigen, die sich für ein friedliches Miteinander engagieren möchten und ermöglichen Sie einen kontroversen Austausch über die Flüchtlingssituation vor Ort. Anstatt in einem möglicherweise schon aufgeheizten Klima bloß zu reagieren, nehmen Sie das Heft in die Hand und gestalten aktiv den Integrationsprozess in Ihrem Umfeld.

 
Jahr:
2016
Kontakt:

Herausgeber des Leitfadens: Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit im Landkreis Stendal

Für Rückfragen oder Beratung zur Durchführung von Bürgerdialogen Ihnen zur Verfügung:

Prof. Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya
Hochschule Magdeburg-Stendal
Osterburger Straße 25
39 576 Stendal
katrin.reimer(at)hs-magdeburg.de

Susanne Figueiredo
ELEMENTS Veranstaltungen
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