Impulstext und Gebete zu Flucht und Vertreibung

 

“Eigentlich ist es zum Verzweifeln und hoffnungslos, ein Flüchtling zu sein. Flüchtlinge haben alles verloren, ihr Zuhause, ihre Freunde, und viele von ihnen einen oder mehrere Familienangehörige. Sie haben nichts mehr und sind oft auch noch unwillkommen, nur eine Last oder Bedrohung in der Gemeinde oder dem Land, welches sie aufnimmt. Sie sind anscheinend von Gott und den Menschen verlassen. Von den Menschen ja, aber nicht von Gott. Viele Flüchtlinge bringen ihr tiefes Gottvertrauen zum Ausdruck. Sie erfuhren, dass es in der größten und aussichtslosesten Situation immer irgendwie weiterging. Viele sprechen von Gott, der an ihrer Seite ist. Flüchtlinge können es sich eigentlich gar nicht leisten, zu verzweifeln und aufzugeben. Gegen alle Hoffnungslosigkeit und Widerstände hoffen sie. Gott ist ihre Hoffnung und Schutz. Der Glaube ist sehr zentral und eine ganz wichtige Quelle, um mit dem Trauma von Gewalt und Verlust fertig zu werden. Das gilt für Flüchtlinge aller Religionen. Der Glaube spielt auch eine enorme Rolle in der Hilfe für Flüchtlinge. Es sind oft die Religionsgemeinschaften, Pfarreien, Kirchen, Moscheen, die sich um ankommende Flüchtlinge kümmern, sie aufnehmen, ihnen Schutz und eine neue Heimat geben. Es ist unser christlicher Glaube, dass Gott auch in den tragischsten Momenten der Menschheitsgeschichte da ist. Diese Nähe und Liebe Gottes den Menschen spürbar zu machen, ist unsere Aufgabe. Den Flüchtlingen nahe sein, sie persönlich kennen, ihnen zuhören, sie begleiten, Freunde sein, sind die Ecksteine dieser Mission. Dies könnte man auch als die pastorale Dimension der Kirche sehen, jedoch in einem weiten Sinn, da die meisten der Flüchtlinge keine Christen sind, sondern Muslime, Hindus, Buddhisten. Aus dieser Nähe zu den Flüchtlingen erwächst das Mitleiden, das Mitfühlen, die Compassion im Englischen, welche die Quelle aller Dienste ist.”
(Pater Peter Balleis SJ, Leiter des Internationalen Jesuiten-Flüchtlingsdienstes)


Missio Schutzengelgebet:

Guter Gott,
du schenkst uns das Leben.
Jeden Tag aufs Neue
hauchst du uns deinen Atem ein.

Wir danken dir für das,
was du uns gibst
und bitten dich um deine Nähe
an den Tiefpunkten
unseres Lebens.

Mit Sorge sehen wir,
dass unzählig viele Familien
weltweit in Not sind.
Sie werden von Kriegen bedroht,
sie leiden unter
Unrecht und Gewalt,
sie leben unter
unwürdigen Bedingungen.

Sende diesen
Frauen und Männern,
Kindern und Jugendlichen
Menschen,
die ihnen hilfreich zur Seite stehen,
Menschen, die Notleidende stützen,
die das Unrecht beim Namen nennen,
die trösten und heilen.

Guter Gott,
lass auch uns aufmerksam sein
für die Nöte der Menschen,
bei uns und in aller Welt.

Amen

Segenswunsch

Der Herr segne uns.
Er erfülle unsere Füße mit Tanz
und unsere Arme mit Kraft.
Er erfülle unser Herz mit Zärtlichkeit
und unsere Augen mit Lachen.
Er erfülle unsere Ohren mit Musik
und unsere Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle unseren Mund mit Jubel
und unser Herz mit Freude.
Er schenke uns immer neu die Gnade der Wüste:
Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung.
Er gebe uns allen immer neu die Kraft,
der Hoffnung ein Gesicht zu geben.
Es segne uns der Herr.
(aus: DR Kongo)

 

 

          

 
Jahr:
2016
Autor:
des Textes: Pater Balleis SJ, Leiter des Internationalen Jesuiten-Flüchtlingsdienstes
Weitere Informationen:

Der Text und die Gebete sind aus dem Praxisheft "Flucht und Barmherzigkeit - Impulse für eine zugewandete Spritualität" (s. 28f) von missio, Aachen.
In dieser Broschüre finden Sie weitere Impulse in Form von Texten, Gebeten, Meditationen und Vorschläge für Aktionen und Gottesdienstbausteine.

Zum Download: missio-hilft.de/spiritualitaetundflucht - Ab spätestens April 2016 stehen die in eben jenem Heft angebotenen ergänzenden Arbeitsmaterialien als weitere Downloads zur Verfügung.

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