Nächstenliebe leben. Klarheit zeigen. - Aktualisierte Handreichung der AG Kirche für Demokratie und Menschenrechte

 

Die vor allem im Freistaat Sachsen aktive ökumenische Arbeitsgemeinschaft „Kirche für Demokratie und Menschenrechte“ wird im ersten Quartal 2016 eine Dekade alt. Sie wurde nach dem ersten Einzug der NPD in den Sächsischen Landtag gegründet und bemüht sich seitdem darum, im Bereich der Kirchen ein Problembewusstsein für die Gefährdungen durch Rassismus, Antisemitismus sowie menschen- und demokratiefeindliche Einstellungen zu erzeugen.

Zwei Gedankenstränge haben die Arbeit der letzten Jahre insbesondere geprägt:

  • Das Vorhandensein von rassistischen, menschenverachtenden, diskriminierenden Einstellungen in großen Teilen aller Milieus der Bevölkerung war ständiger Anlass für Aufklärung, Mahnung, Warnung und zugleich Beratung und Unterstützung – innerkirchlich wie auch außerkirchlich. Hinzu kam der stete Verweis auf stabile rechtsextreme und rechtspopulistische Strukturen und Vereinigungen.
  • Der zweite Diskussionsstrang konzentrierte sich auf den Diskurs, welches Aufgabenfeld für die Kirchen in unserer Gesellschaft entsteht. Wie kann Demokratie entwickelt und gestärkt werden und inwiefern ist das (politische) Wirken gegen Demokratie- und Menschenfeindlichkeit christliche wie auch kirchliche Pflicht?

Im Jahr 2008 erschien unter dem Titel „Nächstenliebe verlangt Klarheit“ eine Handreichung der AG zu diesen Themen, die reiche Aufnahme gefunden hat. Seitdem ist viel passiert. Die nun vorliegende Publikation ersetzt nicht den Text von 2008, sondern führt ihn fort, ergänzt und erweitert ihn. Diese neue Handreichung versucht, aus unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen die derzeitige Situation wie auch die daraus resultierenden Aufgaben der Kirchen zu analysieren.

Die Beiträge verbinden theologische Grundlagen, Informationen über Szenen, Hintergründe und Zusammenhänge. Sie geben auch praktische Hinweise und Anregungen für die Arbeit in den Gemeinden. Die Herausgeber*innen möchten mit den verschiedenen Beiträge dabei helfen, eine Haltung zu erarbeiten, aktiv zu werden, sich einzumischen und sich neben dem notwendenden Gebet ebenso an der Gestaltung des öffentlichen Lebens, der Zivilgesellschaft, in den Kommunen zu beteiligen.

 
Jahr:
2016
Weitere Informationen:

Um Kirchgemeinden in diesem Spannungsfeld zu unterstützen und zu stärken, bietet die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen unterschiedliche Veranstaltungen an, die nach Rücksprache den örtlichen Bedürfnissen angepasst werden kann. Folgende Themen sind denkbar:

  • Darf ein AFD-Mitglied Kirchenvorstand sein? Zum Umgang mit Rechtspopulismus in der Gemeinde.
  • Flucht und Asyl – Als Gemeinde aktiv werden
  • Konfliktbearbeitung in Gemeinden – Gelingende Formate für Diskussionen finden
  • Islamfeindlichkeit – Ursachen und Abhilfen

Für die anfallenden Honorare und Fahrtkosten kann beim Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens eine Unterstützung beantragt werden.

Auch wenn Sie mit Mahnwachen und Friedensgebeten ein sicht- und hörbares Zeichen für die Demokratie setzen wollen oder andere Veranstaltungen planen, unterstützt die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen Sie mit Materialien zur Durchführung.
Ansprechpartnerin: Nora Köhler, Peggy Renger-Berka